Die 11 besten Tipps, wenn Du Dein Kind mit Behinderung inklusiv beschulen möchtest

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Inklusion

Guten Morgen, liebe Leser*innen,

und willkommen zurück auf dem Blog! Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Sommer, konntet Euch ausruhen und die Sonne genießen.

Hier naht die Einschulung des Löwenjungen mit großen Schritten und wir sind alle schon sehr gespannt. Gleichzeitig beginnt auch das letzte Kindergartenjahr des Löwenmädchens, so dass wir in einigen Monaten wieder die Entscheidung treffen müssen, welche Grundschule wohl die geeignete sein wird.

Für diejenigen unter Euch, die auch ein Kind mit Besonderheit haben, welches demnächst schulpflichtig wird, habe ich mal meine wichtigsten Tipps für die Schulsuche aufgeschrieben – basierend auf meinen Erfahrungen hier in Baden-Württemberg im letzten Jahr.

  1. Informiere Dich rechtzeitig, vernetze Dich mit anderen Eltern und schaue, ob es bei Euch eine Elterninitiative für Inklusion gibt (damit solltest Du anderthalb bis zwei Jahre vor der Einschulung beginnen) bzw. einen speziellen Ratgeber für Dein Bundesland (für Baden-Württemberg gibt es einen sehr informativen Ratgeber, den die LAG GLGL herausgegeben hat).
  2. Suche Gespräche mit den örtlichen Grund- und Sonderschulen (wie immer nennen ich so die speziellen Schulen, die für die Besonderheit Deines Kindes zuständig ist, da dies der Begriff ist, der den meisten Leser*innen verständlich ist). Finde heraus, ob es bei Euch in der Nähe schon inklusive Beschulung gibt und signalisiere der entsprechenden Schule Dein Interesse.
  3. Kontaktiere noch vor den Sommerferien (also mehr als ein Jahr vor der Einschulung) das zuständige Schulamt. Lass Dir den Ablauf und die Fristen erklären und besorge Dir alle nötigen Formulare.
  4. Mach Dir selbst ein Bild – und zwar am besten zu Beginn des Schuljahres, das der Einschulung vorangeht. Besuche alle Schulen, die in Frage kommen. Bitte um Hospitationstermine und überlege Dir vorher, worauf Du bei Deinen Schulbesuchen achten solltest und welche Fragen Du stellen möchtest. Von meinen verschiedenen Schulbesuchen habe ich hier berichtet: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.
  5. Lege Dir einen Ordner an, in dem Du allen Schriftverkehr (auch datierte Kopien Deiner Schreiben) aufbewahrst und die Unterlagen sammelst, die Du füTr die Einschulung, das sonderpädagogische Gutachten etc. benötigen wirst.
  6. Informiere Dich, welche anderen Anträge Du ggfs. noch stellen musst – und wann die Fristen sind. Ich musste zum Beispiel gesondert einen Antrag auf eine qualifizierte Schulbegleitung stellen, den Löwenjungen beim Schulträger für die Mittagsbetreuung anmelden und ich habe einen Zuschuss für die Fahrtkosten beantragt, da ich mein Kind selbst zur Schule fahren möchte.
  7. Finde heraus, ob es in Deiner Nähe noch andere Kinder mit Besonderheit gibt, die inklusiv beschult werden sollen. Knüpfe Kontakt zu den Eltern – oft hat jeder seine eigenen Informationen, die – alle zusammen genommen – noch einmal ein genaueres Bild ergeben. Außerdem erreicht man gemeinsam oft mehr (und man kann sich gegenseitig auch moralisch unterstützen, wenn man einmal mehr auf Antwort einer Behörde o.ä. warten muss).
  8. Sobald Deine Entscheidung zur Inklusion feststeht und Du weißt, welche Schule Dein Kind aufnehmen wird (je nach Bundesland und zuständigem Schulamt wird dies mehr oder weniger rechtzeitig geschehen), nimm Kontakt zur Schule auf. Überlege Dir, ob und wie Du Dein Kind frühzeitig auf die Schule vorbereiten kannst. Ich habe zum Beispiel für Jules einige Schnupperstunden organisiert (unterstützt wie immer von unserem großartigen Kindergarten) und hätte ihn auch gerne mit seinen künftigen Mitschülern bekannt gemacht, die einmal wöchentlich die Schule besucht haben. Leider hat dafür die Zeit nicht gereicht, weil die Information vom Schulamt so spät kam – aber wenigstens durfte der Löwenjunge einen Teil seiner Mitschüler in ihrem Kindergarten besuchen und mit ihnen spielen.
  9. Kümmere Dich rechtzeitig um den Schulbegleiter. Je nach Bundesland und Träger musst/darfst Du ihn selbst aussuchen oder aber der Schulbegleiter ist, wie bei uns, für mehrere Kinder zuständig. Auch hier ist der Kontakt zu den anderen Eltern Gold wert, wir zum Beispiel haben gemeinsam einen Termin beim Träger (der vom Landratsamt vorgeschlagen wurde, den wir aber auch selbst hätten auswählen können) wahrgenommen und die beiden Schulbegleiterinnen zu Beginn der Sommerferien kennengelernt. In Absprache mit dem Kindergarten besuchen beide den Löwenjungen mehrmals im Kindergarten, um ihn kennenzulernen und zu sehen, wo er welche Unterstützung braucht – so hat er bei Schulbeginn schon zwei vertraute Gesichter um sich. Das finanziere ich übrigens über die zusätzlichen Betreuungsleistungen.
  10. Plane genügend Zeit ein – die Anträge, Schulbesichtigungen, Telefonate mit Ämtern und Schulen etc. dauern meist länger als geplant. Außerdem brauchst du Geduld und gute Nerven – nicht zuletzt, um Dich auf Deinem Weg nicht beirren zu lassen. Mich hat im letzten Jahr vor allem gestört, wie viele Menschen meinten, genau zu wissen, was mein Kind braucht – obwohl sie ihn noch nie gesehen hatten (siehe mein Bericht hier).

Ich freue mich, wenn Du mir über Euren Weg berichten magst! Welche anderen Tipps habt Ihr für Eltern, die sich gerade auf die Schulsuche vorbereiten?

Viele Grüße

Eure Kleinstadtlöwenmama

 

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