Loblied auf unseren Kinderarzt

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Bedürfnisorientiert und zugewandt beim Kinderarzt?

Ja, das geht – und ist für mich auch die Grundvoraussetzung für ein vertrauensvolles Verhältnis.

Nachdem unsere ersten Erfahrungen beim Kinderarzt wirklich unterirdisch waren, haben wir dank meiner tollen Hebamme schnell einen Arzt gefunden, der sich nicht nur fachlich sehr gut auskennt (er hat jahrelang mit schwerbehinderten Kindern gearbeitet und ist nebenbei auch noch Neuropädiater – eine Zusatzqualifikation, die uns beim Löwenjungen schon sehr geholfen hat), sondern der wirklich das Kind als solches in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit stellt – und nicht die medizinischen Symptome, die er gerade vor sich hat (dieses Phänoment musste ich leider bisher bei einigen fachlich sehr kompetenten Ärzten feststellen).

Was macht nun unseren Kinderarzt und sein Team so besonders? Viele kleine Dinge sind es, zum Beispiel:

  • er nimmt sich immer die nötige Zeit, ALLE anwesenden Personen zu begrüßen und mit dem Kind in Kontakt zu treten
  • er kommuniziert offen und werschätzend mit seinen Patienten und den Angehörigen
  • er sieht, was eine Familie leistet, insbesondere, wenn ein „besonderes“ Kind in dieser Familie lebt, und erkennt diese Leistung auch an (und ja, es tut zwischendrin einfach gut, wenn jemand ohne großes Trara sagt: „Ich weiß, was Sie leisten – und ich sehe, dass Sie es gut machen!“)
  • er sieht sowohl die medizinischen und therapeutischen Bedürfnisse seines Patienten als auch die Bedürfnisse der Familie – und berät auch dahingehend.
  • er informiert sich, nimmt Kontakt mit anderen Ärzten/Therapeuten auf, organisiert Termine
  • er nimmt sich Zeit für Notfälle – medizinische (unsere kürzeste Wartezeit waren 30 Sekunden) und andere (unser längstes Gespräch dauerte über eine Stunde)
  • er unterstützt mich bei sämtlichen Therapievorhaben, solange er sie für sinnvoll hält oder aber ich ihm glaubhaft erklären kann, warum ICH diese für sinnvoll halte. 🙂
  • er nennt die Dinge beim Namen
  • er richtet den Ablauf auf die Bedürfnisse der Kinder aus, konkret heißt das: Es ist immer Zeit für eine Kuscheleinheit bei Mama oder Papa, alle anstehenden Untersuchungen werden dem Kind gezeigt, bei Kleinkindern kommt oft eine Mitarbeiterin hinzu, die Seifenblasen macht, während das Kind geimpft wird. Größere Kinder dürfen wählen zwischen Seifenblasen oder Zuschauen und laut mitzählen. Wenn einem Baby oder Kleinkind Blut abgenommen werden muss, dann liegen bei Bedarf große, flauschige Handtücher bereit, in die das Kind gewickelt werden kann, damit es das Festhalten nicht als solches empfindet und sich so geborgen wie möglich fühlen kann.
  • er beschränkt sich auf das Nötigste: Es kam schon oft vor, dass wir ohne Rezept wieder nach Hause fuhren und dafür am nächsten Tag noch einmal kommen sollten. Da auch ich nur ungern stärkere Medikamente gebe, bin ich mit dieser Vorgehensweise mehr als zufrieden.

Natürlich steht hinter unserem Kinderarzt auch ein Team von Arzthelferinnen, die auf die gleiche Weise arbeiten. Mit unglaublicher Geduld und Freundlichkeit beantworten sie meine Fragen, quetschen Termine in den ohnehin schon vollen Kalender, ändern zum xten Mal ein Rezept ab oder bespaßen zum Beispiel das Löwenmädchen, damit ich den Löwenjungen ungestört bei der Blutabnahme begleiten kann.

Als ich unseren Kinderarzt einmal darauf ansprach, dass er ja doch recht viel Zeit darauf verwende, eine gute Beziehung zu seinen Patienten aufzubauen, erklärte er mir, dass ihn diesbezüglich seine Arbeit mit schwer(st)behinderten Kindern sehr geprägt habe – denn dort sei es unmöglich, einmal zerstörtes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Ich persönlich warte gerne etwas länger, wenn ich dafür weiß (und im Wartezimmer sehe), dass die Kinder sich hier wohlfühlen und keine Angst, sondern Vertrauen haben. Leider kenne ich auch genug Kinder (die meisten von ihnen gehen zu unserem früheren Kinderarzt), die schon im Alter von 2 Jahren Angst vor Spritzen, Arztbesuchen etc. haben.

Unsere erste Begegnung ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Der Löwenjunge war 7 Wochen alt, die Diagnose Downsyndrom noch ganz frisch. Wir hatten einen Termin zum Kennenlernen und zum Impfen vereinbart. Als unser Kinderarzt zur Tür hereinkam und erst uns begrüßte und sich dann dem Löwenjungen zuwandte, gab es einen fast magischen Moment zwischen den beiden: Der Kinderarzt nahm ihn auf den Arm, sie schauten sich in die Augen und der Löwenjunge, der bei unserem vorigen Kinderarzt bei jeder Begegnung geschrien hatte, war ganz ruhig und entspannt. Unser Kinderarzt legte mir mein Baby auf den Arm mit den Worten: „Sie haben ein ganz besonderes Kind, das Sie sehr glücklich machen wird!“

Natürlich hat er mit dieser Prognose recht behalten 🙂

Der Löwenjunge ist übrigens auch heute noch die Ruhe selbst bei Ärzten und in Krankenhäusern. Er lässt sich ohne mit der Wimper zu zucken einen Zugang legen oder Blut abnehmen. Das Einzige, was ihn richtig ärgert, ist die Tatsache, dass er trotz seiner zahlreichen Arzt- und Krankenhausbesuche immer noch keinen Gipsarm hatte wie seine Schwester!

Und auch ich habe von unserem Kinderarzt bei dieser ersten Begegnung eine Aufgabe bekommen: nämlich die Aufgabe, mich zu informieren über die Trisomie 21 und zur Spezialistin für meinen Sohn und seine Besonderheiten zu werden, um mit allen Ärzten auf Augenhöhe diskutieren zu können. Auch diesen Ratschlag habe ich beherzigt und denke immer wieder daran.

Wie ist Euer Verhältnis zu Eurem Kinderarzt?

Bildquelle: Pixabay

Wochenende in Bildern – 21.-23. Juli 2017

Das Wochenende war so schnell vorbei, dass ich gestern abend gar keine Zeit hatte, davon zu erzählen – daher kommt hier nun ein ganz kurzer Bericht mit Bildern!

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Am Freitag beginnt unser Wochenende mit dem Sommerfest des Kindergartens. Seit der Kindergarten im Januar auf ein teiloffenes Konzept umgestellt hat (hier habe ich schon über unseren Kindergartenalltag geschrieben), ändern sich so langsam auch die anderen Kindergartentraditionen. Bisher hat beim Sommerfest jede der drei Kindergartengruppen etwas aufgeführt – ein Tanz, ein Musikstück oder eine Geschichte. Dieses Mal durften die Kinder selbst überlegen, was sie aufführen möchten und aus verschiedenen Angeboten auswählen. Daher war das Programm zwar etwas länger als sonst, aber die Kinder waren mit Feuereifer in ihren Kleingruppen bei der Sache. Das Löwenmädchen hat sich für den „Fliegentanz“ entschieden, während der Löwenjunge beim „Tanz der Bauernhoftiere“ mitgemacht hat. Die Löweneltern platzten natürlich vor Stolz! 😉

Der Samstag beginnt mit einem schnellen Frühstück und verläuft relativ faul zwischen Bauen, Üben und einem längerem Ausflug auf den Spielplatz.

 

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Am Sonntag sind wir auf einem Kindergeburtstag eingeladen, weshalb die Löwenkinder morgens unbedingt Kronen basteln wollen.

Am späten Vormittag gehen wir dann noch spazieren und lassen uns zum ersten Mal seit längerem wieder richtig Zeit und entdecken ein paar neue Ecken in unserem Viertel.

Der Geburtstag findet am Baggersee statt, was für mich immer ein bißchen Urlaubsfeeling hat. Am frühen Abend sind die Kinder vom Toben so hungrig, dass wir auf dem Heimweg noch schnell an unserem Lieblingsspielplatz anhalten, wo es die besten Pommes gibt.

Dementsprechend spät sind wir zuhause, die Löwenkinder fallen in ihre Betten und wünschen sich jeder noch ein bißchen „Exklusivzeit“ mit einem Elternteil – die sie natürlich gerne bekommen. Abends lese ich dann weiter meinen spannenden Krimi, anstatt Euch von meinem Wochenende zu berichten – und nun hat schon die neue Woche begonnen, die jetzt schon prall gefüllt ist mit (meist schönen) Terminen!

Ich hoffe, Eure Woche hat gut begonnen! Mehr Wochenende in Bildern findet Ihr bei Geborgen wachsen!

5 Freitagslieblinge am 21. Juli 2017

Obwohl die Woche sehr anstrengend und vollgestopft mit Terminen war (daher war es auch so still hier im Blog), es auch einige persönliche und berufliche Rückschläge gab, habe ich nun doch meine 5 Freitagslieblinge der Woche für Euch zusammengefasst:

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Mein Lieblingsbuch diese Woche hat der Löwenpapa mir als Lektüre für die Sommerferien besorgt: Den neusten Krimi einer meiner Lieblingsautorinnen. Die Ferien haben zwar noch nicht begonnen, ich bin jedoch schon mittendrin im Buch – und momentan ganz froh, mich zwischendurch in diese spannende Lektüre flüchten zu können!

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Mein Lieblingsmoment mit den Kindern war unser Abendessen-Picknick auf dem neu renovierten Kindertisch im Garten!

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Dazu gehörte auch mein Lieblingsessen der Woche: eine Charentais-Melone, die wir aus unserem Frankreich-Wochenende mitgebracht hatten.

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Mein Lieblingsmoment für mich war die kurze Kaffeepause mit meiner Kollegin während unseres Schülerausflugs (sehr viel mehr Zeit für mich gab es leider diese Woche nicht).

Meine Lieblingsinspiration waren diese Woche einige meiner Schüler, die in diesem Jahr in Deutschland so viele Fortschritte gemacht und sich teilweise wirklich durchgekämpft haben. Ein Schüler hat das Schuljahr als Analphabet begonnen und liest nun teilweise besser als seine muttersprachlichen Schüler in der Regelklasse. Natürlich liegt noch ein weiter Weg vor ihnen – aber für den Weg, den sie bisher gegangen sind, bewundere ich sie!

Noch mehr Freitagslieblinge findet ihr bei der Berlinmittemom! Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Blogreihe: Bedürfnisorientiert und Behinderung – (wie) geht das? Teil I

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Ein Kind mit (geistiger) Behinderung bedürfnis- und bindungsorientiert erziehen – geht das überhaupt?

Eigentlich wollte ich nur einen Artikel darüber schreiben – und diese Fragestellung ansonsten hier in den „Blogalltag“ einfließen lassen, habe aber jetzt festgestellt, dass das Thema doch ganz schön umfangreich ist – deshalb habe ich mich entschlossen, eine Blogreihe dazu zu starten. Ich werde also in loser Folge immer mal wieder darüber schreiben – und freue mich auch sehr über Gastebeiträge dazu.

Zunächst einmal: Was ist überhaupt eine bedürfnis- und bindungsorientierte Erziehung?

Der englische Begriff heißt „Attachment Parenting“ und die meisten denken dabei als erstes an Tragen (konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht und wäre auch bei einem Säugling und einem nichtlaufenden behinderten Kleinkind nur schwer machbar gewesen), Stillen (habe ich, allerdings aus verschiedenen Gründen beide Kinder nur jeweils 9 Monate) und Familienbett (gibt es bei uns zur Zeit gleich zwei). Aber, wie Inke Hummel in ihrer Erklärung auf dem Blog Bindungs(t)räume schreibt, AP ist gleichzeitig viel mehr – und trotzdem nicht so kompliziert wie es klingt:

Im Alltag ist es aber eben kein Abhaken eines Punktekatalogs.

AP kann auch sein zu erkennen, dass ein Baby besser schläft, wenn es alleine in seinem Bett liegt, dass die Eltern besser schlafen, wenn sie sich aufteilen und eine Zeit lang nachts trennen und nur einer beim Baby schläft (…)

AP kann auch sein zu erkennen, dass ein Kind lieber viel am Boden liegt und sich bewegt, statt viel getragen zu werden. Oder dass ein Baby gerne im Kinderwagen liegt anstatt in der Enge des Tragetuchs zu sein.

(…)

AP ist eben vor allem Beziehung, Einfühlen, Spüren was gebraucht wird. Empathie, sich einlassen auf was auch immer gebraucht wird. Reagieren, ausprobieren, auch mal scheitern und neu angehen.

Und dabei versuchen das Familiengefüge in Balance zu halten, denn alle brauchen unterschiedliche Dinge: das jüngste Familienmitglied, die anderen Kinder, die Eltern als Einzelpersonen und als Paar.

Das klingt für manche Ohren nach einem unerklimmbaren Berg und nach unerreichbarer Perfektion, aber das ist es gar nicht.

Es braucht nur Zeit, Herz, Vertrauen und Kommunikation. Es braucht eigentlich ziemlich wenig Bücher, keine Einteilung in Phasen und Schübe, keine Vergleiche mit anderen. Es braucht ein Hinsehen, und es braucht Milde, besonders auch mit sich selbst.

Trotzdem ist AP auch nicht gleichzusetzen mit einer „Laissez-Faire“-Erziehung – es gibt auch bei uns Regeln und Grenzen (ein gutes Beispiel dafür habe ich heute zufällig  hier gefunden).

Für mich bedeutet Attachment Parenting momentan vor allem, dass ich

  • mich so gut wie möglich in die Bedürfnisse meiner Kinder hineinversetze. Auch wenn das Löwenmädchen für sein Alter sehr groß gewachsen ist und sehr gut spricht, so braucht sie es zum Beispiel nach einem langen Tag doch, wenn sie auch mal Baby spielen und sich verwöhnen lassen kann.
  • meinen Kindern zutraue,  viele Entscheidungen selbst treffen zu können, z.B. beim Essen oder Schlafen (wenn eines der Löwenkinder vorm Kindergarten nicht frühstücken möchte, ist das völlig in Ordnung. Ich weiß, dass sie im Kindergarten genug Zeit und Gelegenheit haben, das nachzuholen).
  • versuche, alte Glaubenssätze und Erziehungsmechanismen zu vermeiden oder wenigstens zu hinterfragen („Das macht man nicht!“ streiche ich nach Möglichkeit aus meinem aktiven Wortschatz – wenn mir der Satz auf den Lippen liegt, überlege ich vielmehr, wer „man“ ist und ob dieser Glaubenssatz wirklich meinen eigenen Prinzipien entspricht)
  • mich frei nach Susanne Mierau frage: „Ist das gerade wirklich wichtig?“ – ist es gerade wirklich wichtig, das Puzzle aufzuräumen, wenn alle Riesenhunger haben oder ein Löwenkind gerade eine Kuscheleinheit braucht?
  • zu erkennen versuche, welche Bedürfnisse hinter dem Verhalten der Kinder liegen. Wenn das Löwenmädchen mir beim Üben mit dem Löwenjungen dazwischenfunkt, möchte sie vielleicht auch einfach die gleiche ungeteilte Aufmerksamkeit. Je nach Situation kann ich dann entweder mit beiden Kindern gemeinsam üben, den Löwenpapa mit einspannen oder das Löwenmädchen bitten, etwas für mich zu erledigen und sie so miteinbeziehen.
  • auch die Bedürfnisse der Erwachsenen im Blick habe. Einige werden empört aufschreien, aber bei uns wird momentan sonntags mittags meist vorm Fernseher gegessen. Die Löwenkinder dürfen sich einen Film aussuchen und knabbern belegte Brote und Rohkost, während der Löwenpapa einen Mittagsschlaf macht und ich neben den Kindern auf dem Sofa in Ruhe einen Milchkaffee trinke und Zeitung lese.
  • den Kindern meinen Bedürfnisse und Grenzen so gut es geht erkäre und vermittle – so, dass sie es verstehen können.

 

Vielleicht ist Euch auch aufgefallen, dass viele meiner Beispiele sich entweder auf beide Löwenkinder oder nur das Löwenmädchen beziehen – beim Löwenjungen ist das Erkennen seiner Bedürfnisse für mich nicht immer ganz so klar. Im nächsten Beitrag werde ich Euch genauer erklären, warum das so ist und Euch berichten, wie unser bedürfnisorientierter Weg bei ihm aussieht!

Auszeit auf dem Land: Unser Wochenende in Bildern – 13.-16. Juli 2017

Entschleunigung, Familienzeit, Wiedersehensfreude und Urlaubsfeeling – hier kommt mein Bericht von unserer Mini-Auszeit auf dem Land!

Dieses Mal beginnt unser Wochenende schon am Donnerstagnachmittag – nach Schule (Löwenmama) und Kindergarten (Löwenkinder) fahren wir zu meinen Schwiegereltern aufs Land. Dort angekommen, können sich die Kinder erstmal richtig austoben und mit ihren Cousins spielen, die einen Teil ihrer Ferien dort verbringen.

Den Freitag beginnen wir mit einem sehr traditionellen französischen Frühstück und  verbringen einen richtigen Tag auf dem Land – die Kinder spielen, helfen bei der Kartoffelernte und ruhen sich zwischendurch auch mal aus.

Abends sind wir bei alten Schulfreunden vom Löwenpapa eingeladen, die wir zum Teil seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen haben – davon gibt es aber keine Fotos, auch wenn wir dort einen wunderbaren Abend verbracht haben!

Der Samstag wird dann zum Familientag: 14 Leute aus vier Generationen sitzen um den großen Esstisch herum und genießen das gute Essen. Den Nachmittag verbringen alle gemeinsam im Garten, spielen Karten, Verstecken oder Mölkky und die Löwenkinder gehen dann noch das frisch gemähte Getreide auf dem Feld neben dem Garten begutachten.

Heute durfte ich dann noch auf dem französischen Wochenmarkt einkaufen und der Löwenpapa hat dem Löwenjungen einen kleinen Schlagzeugkurs gegeben. Der Abschied von der Familie (und den Katzen 🙂 )fiel vor allem dem Löwenjungen schwer – Ortsveränderungen und Abschiede machen ihn sehr oft traurig.

Zuhause freuten sich die Kinder an ihren selbst ausgesuchten Souvenirs für ihren Kaufmannsladen, während ich vor allem die auf dem Markt gekauften Leckereien genieße.

Und das war auch schon unser Wochenende auf dem Land – wie war Euer Wochenende? Weitere Wochenberichte seht Ihr wie immer bei Susanne!

Eine wunderbare Woche wünsche ich Euch!

 

5 Freitagslieblinge am 14. Juli 2017

Die Woche ist schon wieder fast vorbei und wie immer habe ich meine persönlichen Freitagslieblinge aufgeschrieben – bis auf einen, denn ich hatte gefühlt keine Minute für mich diese Woche und deshalb auch keinen Lieblingsmoment für mich.

Mein Lieblingsmoment mit den Kindern war eigentlich eine Situation, die mir früher den letzten Nerv geraubt hätte: Am Dienstag nachmittag waren wir gerade auf dem Rückweg von dem wöchentlichen „Therapiemarathon“ des Löwenjungen. Anstatt der üblichen halben Stunde haben wir allerdings geschlagene 2,5 Stunden für den Heimweg gebraucht, da durch einen LKW-Unfall die dreispurige Autobahn gesperrt war und der Verkehr nur über die Standspur umgeleitet wurde. Die Kinder waren aber trotzdem gut gelaunt und wir haben zusammen im Auto soviel Quatsch gemacht, dass wir alle drei Tränen gelacht haben. Foto habe ich aber leider keines gemacht!

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Mein Lieblingsbuch ist diese Woche ein Kinderbuch: Wir haben „Fabers Schatz“ von Cornelia Funke ausgeliehen und ich bin ganz begeistert von diesem Buch, das auf ganz schlichte Weise so wichtige Themen wie Freundschaft und Toleranz aus Kindersicht anschneidet und gleichzeitig neugierig darauf macht, das Fremde im eigenen Land kennenzulernen: Faber bekommt von seinem Opa einen fliegenden Teppich aus Damaskus geschenkt, der aber nur dann fliegen kann, wenn man die aufgestickten Worte liest. Faber muss sehr lange suchen, bis er jemanden findet, der diese Schrift lesen kann – schließlich trifft er die kleine Shaima aus Damaskus, die ihm helfen kann….

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Mein Lieblingsessen ist diese Woche Soulfood pur: Ich habe endlich mal wieder Pasta mit Spinat-Lachs-Soße gekocht, das war am Mittwoch genau das richtige nach einem langen Tag und der vorausgegangenen kurzen Nacht.

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Meine Lieblingsinspiration war ein Artikel in der ZEIT, der von einer 13jährigen Autistin zum Thema Inklusion verfasst wurde. Leider ist der Artikel nicht frei zugänglich, aber vielleicht hat der eine oder andere von Euch ja entweder den Online-Zugang oder aber die Printausgabe vom 5. Juli. Ich fand es jedenfalls sehr spannend, endlich einmal zu lesen, wie Inklusion aus der Sicht eines „Inklusionskindes“ erlebt wird.

Und jetzt verlinke ich schnell den Artikel bei Berlin Mitte Mom und wünsche Euch allen ein wunderbares Wochenende!

Auf dem Weg zur Inklusion?

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Im September 2018 wird der Löwenjunge eingeschult – für welche Schulart wir uns entscheiden werden, wissen wir noch nicht. An unserem Weg der Entscheidungsfindung möchte ich Euch hier gerne immer mal wieder teilhaben lassen – heute zunächst mal mit dem Status quo und meinen ersten Kontakten zu Schulen und Entscheidungsträgern.

Vorab: In unserer Kleinstadt wurde noch nie ein Kind mit sogenannter „geistiger Behinderung“ inklusiv beschult, nur Kinder mit Lernbehinderung und dies auch nur an einer einzigen Grundschule.

Ich wünsche mir für mein Kind eine Schule, an der er sich wohl fühlt und Teil einer Gemeinschaft ist – und kein Außenseiter. Nun ist der Löwenjunge aber – anders als seine Schwester – recht zurückhaltend und in neuen Situationen, bei fremden Leuten oder wenn er unter Druck steht, regelrecht scheu und kann richtig verstummen. Gleichzeitig wünsche ich mir aber auch für ihn, dass er so viel lernen darf, wie er kann und will – und das ist meiner Ansicht nach recht viel. Er ist wissbegierig, ausdauernd und hat eine Konzentrationsfähigkeit, die allen seinen Therapeuten immer wieder Bewunderung abverlangt.

Die meisten Leute, die mir bisher Empfehlungen zu seiner schulischen Laufbahn gegeben haben, kannten den Löwenjungen überhaupt nicht – hatten aber trotzdem bereits eine feste Meinung:

Anruf 1: bei der Schule in unserem Einzugsgebiet.

Eine wohnortnahe Schule wäre für mich die Traumlösung: Der Löwenjunge könnte weiterhin mit seinen Kindergartenfreunden zusammenbleiben, der Schulweg wäre zu Fuß machbar und evtl. käme auch das Löwenmädchen ein Jahr später an die gleiche Schule (was für mich die Alltagsorganisation ein großes Stück einfacher machen würde). In jedem Fall ist diese Schule aber für uns zuständig und muß die nötigen Anträge in die Wege leiten.

Kurze Vorstellung meinerseits und meines Anliegens (Kennenlerngespräch vereinbaren, um zu besprechen ob und wie eine inklusive Beschulung möglich ist)

Schuldirektorin: „Aber wenn Ihr Sohn behindert ist, wird er doch den Schulweg ohnehin nicht alleine gehen können. Dann brauchen Sie ihn doch auch nicht wohnortnah zu beschulen!“

Einen Termin haben wir dann doch vereinbart – natürlich außerhalb der Betreuungszeiten des Kindergartens. Nachdem ich extra eine Betreuung organisiert hatte und zur Schule kam, musste ich dort feststellen, dass die Direktorin erkrankt war und es bis zum Nachmittag niemand geschafft hatte, mir abzusagen.

(Die Anträge habe ich mir inzwischen per Post schicken lassen)

Anruf 2: beim Schulamt

Hier wird entschieden, welche Schule uns für den Löwenjungen vorgeschlagen wird. Die „freie Schulwahl“, die mit der UN-Behindertenkonvention 2009 unser Recht geworden ist, beinhaltet hier in Süddeutschland die Wahl zwischen einer (Regel-)Grundschule, die das Schulamt uns vorschlägt, und der Förderschule für geistige Behinderung. 

Auch hier wieder kurze Vorstellung meinerseits, ich möchte mich über das Prozedere bei einer inklusiven Beschulung informieren.

Sachbearbeiterin: „Was hat Ihr Sohn denn?“

Ich: „Downsyndrom“

Sie: „Ach, das sind ja so fröhliche Kinder! Und sie lernen so gut durch Nachahmung!  Sie sollten ihn unbedingt in einer unserer Inklusionsklassen anmelden!“

Die Inklusionsklassen hießen hier früher Außenklassen. Eine Klasse der Förderschule ist an einer normalen Grundschule angesiedelt, so dass die Kinder die Pausen mit den „normalen“ Schülern verbringen sowie oftmals in den sogenannten „weichen“ Fächern gemeinsam „lernen“ – also Kunst, Musik, Sport, etc. Für die „richtigen“ (ich entschuldige mich bei allen mitlesenden Kunst-, Musik- und Sportlehrern!) Fächer werden die Kinder allerdings getrennt unterrichtet – damit die „normalen“ und die „anders normalen“ Kinder jeweils ungestört und nach ihrem Niveau lernen können. Vom ursprünglichen Gedanken der Inklusion finde ich bei diesem Konzept nicht viel. 

Immerhin erfahre ich bei diesem Telefonat noch, dass es in unserer Kleinstadt nur eine Grundschule gibt, an der eine inklusive Beschulung möglich ist – auch wenn dies bisher nur für Kinder mit Lernbehinderung auf die Beine gestellt wurde. Mir wird aber dringend nahegelegt, mich bei der sonderpädagogischen Beratungsstelle zu informieren – und mir auf jeden Fall die AußenInklusionsklassen anzuschauen.

Anruf 3: bei der sonderpädagogischen Beratungsstelle

Diese befindet sich passenderweise in der Förderschule für geistige Behinderung.

Nach meiner üblichen Vorstellung kommt dann diese Aussage:

„Ja, die Inklusion klingt natürlich schon immer toll für die Eltern. Sie hat aber einfach auch gravierende Nachteile für die Kinder. Unsere Inklusionsklassen hingegen…..“

Diejenigen, die den Löwenjungen seit mehreren Jahren begleiten und ihn gut kennen, befürworten allesamt eine inklusive Beschulung: unser Kinderarzt ( auf den ich noch ein Loblied singen werde), die Frühförderstelle, die Erzieher und Heilpädagoginnen in seiner Kita, die Logopäden und Ergotherapeuten in unserem Therapiezentrum. O-Ton hier: „Der Löwenjunge hat Potential und ist lernbegierig. Es wäre sehr bedauernswert, ihm diese Möglichkeit von vorneherein zu nehmen.“

Und was sagt nun die Löwenmama?

Ich habe das Mammutgutachten, das für seine Einschulung notwendig ist, in die Wege geleitet. Gleichzeitig werden wir uns nach den Sommerferien die Förderschule, die AußenInklusionsklasse und die einzige Grundschule ansehen, die unser Kind aufnehmen würde – dann können wir uns zumindest ein umfassendes Bild machen. Und natürlich achten wir auch darauf, was der Löwenjunge will! Entscheiden müssen wir uns bis Ende März 2018.

Anruf 4: bei der inklusiv arbeitenden Grundschule

Die Direktorin: „Wir arbeiten seit 5 Jahren inklusiv. 3 Jahre davon hatten meine Lehrkräfte keinen Sonderpädagogen an ihrer Seite und mussten alles alleine stemmen. Wir sind hier alle an den Grenzen unserer Belastbarkeit oder bereits darüber hinaus. Trotzdem sage ich Ihnen: Meine Kolleginnen und ich stehen hinter unserer inklusiven Arbeitsweise und Ihr Sohn ist natürlich bei uns willkommen!“

To be continued!