Auf Schulsuche: Die Entscheidung

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Ihr Lieben,

viele von Euch haben ja mitgefiebert und immer wieder nachgefragt: „Wie sieht es aus mit der Schule? Hat das Schulamt Euch einen Vorschlag gemacht? Wird der Löwenjunge auf die integrative Montessori-Schule gehen? Wagt Ihr die Inklusion?“ – und jedes Mal war meine Antwort: „Wir wissen es noch nicht. Wir haben noch keine offizielle Antwort des Schulamts.“

Nun ist sie da, die ganz offzielle Antwort, denn gestern fand die sogenannte Bildungswegekonferenz statt. Gestern bekam ich von Euch per E-Mail, per Whatsapp und vor allem über Facebook unglaublich viel Zuspruch und viele Ermutigungen (und, wie immer, hervorragende Ratschläge von der LAG GLGL) – so konnte ich mental gestärkt und gut vorbereitet in die Konferenz gehen. Ich danke Euch dafür!

Das Schulamt bietet uns tatsächlich die von mir favorisierte kleine, einzügige Dorfgrundschule an. Das Konzept als solches wurde den inklusionsinteressierten Eltern vor den Pfingstferien vorgestellt. Leider sind alle Personalfragen bisher offen – und vom Engagement der Lehrkräfte hängt ja das Gelingen oder Nichtgelingen der Inklusion zum allergrößten Teil ab. Solange nicht feststeht, wieviele Kinder mit geistiger Behinderung diese Klasse besuchen werden, steht auch nicht fest, für wie viele Stunden ein Sonderpädagoge in die Klasse kommen wird – und auch die Anzahl und Stundenzahl der Schulbegleiter muss noch ausgehandelt werden.

Ihr seht also: Das einzige, was gesichert ist, ist der Standort. Leider werden sich aber die personellen Fragen auch erst zum Ende des Schuljahres klären. Zum einen herrscht hier akuter Lehrermangel, zum anderen braucht das Schulamt die endgütlige Zahl an Schülern mit sonderpädagischem Förderbedarf, um das Kontingent an Förderstunden festlegen zu können. Sehr viel mehr werden wir also vor den Sommerferien Ende Juli nicht mehr erfahren.

Gleichzeitig musste ich schon im Mai der integrativen Montessori-Schule eine definitive Antwort geben – ein anderes Kind stand auf der Warteliste und wir mussten uns entscheiden.

So sehr mir das Konzept der Montessori-Schule auch gefällt – zu unserer aktuellen Familiensituation passt die kleine Dorfgrundschule besser. Die Montessori-Schule ist einfach sehr weit weg – das würde sowohl die Löwenkinder als auch mich sehr belasten. Außerdem wäre der Löwenjunge durch das dortige Ganztageskonzept sowie die langen Fahrzeiten völlig aus seinem sozialen Leben hier vor Ort herausgerissen – und so stelle ich mir die Inklusion natürlich auch nicht vor.

Die Regelgrundschule ist zwar auch nicht direkt vor Ort, sondern 15 km entfernt – aber erstens liegt dies ohnehin für mich auf dem Weg zur Arbeit und zweitens ist es immer noch erheblich kürzer als der Weg zur Montessori-Schule. Klar – eine WIRKLICH wohnortnahe Inklusion hier vor Ort wäre mein Traum gewesen, aber das ist mit dem aktuellen baden-württembergischen Schulgesetz und der geringen Nachfrage nach Inklusion hier auf dem Land zur Zeit nicht machbar. Genauso klar: Bei der inklusiven Beschulung in der Dorfgrundschule gibt es noch viele unbekannte Faktoren, insbesondere alle Personalfragen. Aber: Es bewegt sich etwas und irgendjemand muss den Anfang machen. Der Vorteil, wenn etwas neu entsteht, ist ja, dass man sich aktiv mit einbringen kann – und das habe ich natürlich vor.

Für uns ist die Entscheidung also gefallen: Der Löwenjunge wird „ganz normal“ inklusiv eine Regelgrundschule besuchen.

Es ist schade, dass hier die Beratungen seitens des Schulamtes zu einer Zeit stattfinden, zu der die Eltern eigentlich ihre Entscheidungen schon lange getroffen haben sollten – denn dann hätten wir gestern in die Konferenz ganz konkret die Modalitäten der Inklusion besprechen können: Was braucht mein Kind? Was können das Landratsamt, das Schulamt und die Schule dafür tun, damit die Inklusion gelingt? Wie können wir als Eltern uns einbringen? So blieb leider die ganze Konferenz etwas vage und wir sind bisher die einzigen, die sich verbindlich für diese Schule entschieden haben – und müssen jetzt auf die Entscheidungen der anderen Eltern warten.

Trotzdem kann ich mich jetzt auch mal auf die positiven Seiten der Einschulung konzentrieren: den Schulranzen auswählen, das Kinderzimmer entsprechend anpassen und einrichten und natürlich die Einschulungsfeier organisieren (nebenbei muss ich mich allerdings auch um die Betreuungszeiten kümmern sowie um verschiedene andere Formalitäten….).

Das mit dem Schulranzen haben wir übrigens schon einmal probiert – allerdings hat sich der Löwenjunge überhaupt nicht für die Ranzen, sondern nur für die Eisenbahn im Spielzeuggeschäft interessiert!

Viele Grüße,

Eure Kleinstadtlöwenmama

 

 

 

2 Gedanken zu „Auf Schulsuche: Die Entscheidung

  1. Herzlichen Glückwunsch, liebe Bettina. Ich hoffe und wünsche euch, es war die richtige Entscheidung und ich hoffe inständig, dass eure Schule ausreichend Ressourcen zur Verfügung stellen kann, damit es klappt. Ich hoffe, sie ruhe sich nicht auf den eventuell nicht vorhandenen Ressourcen aus. Ich bin den Regelschulen mittlerweile so negativ gegenüber eingestellt.

    Ich freue mich, weiter von euch zu hören und von eurem positiven und erfolgreichen Weg. Alles Liebe

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