Im Supermarkt an der Kasse

20181203_205436Montag, 17 Uhr, an der Kasse vom Supermarkt.

Mein Einkaufswagen ist reichlich gefüllt und ich beginne gerade, alle Sachen nach und nach aufs Band zu legen, als ein älterer Mann sich hinter mir in die Schlange einreiht – mit nur einem Päckchen Fertig-Reibekuchen in der Hand. Einige Minuten vorher war er mir bereits aufgefallen, da er mit jeder der Verkäuferinnen ein kurzes, freundliches Pläuschlein gehalten hatte. Weiterlesen

Mental Load bei Eltern von Kindern mit Behinderung – mit Buchtipp

Liebe Leser*innen,

manchmal kursieren auf Facebook mehr oder weniger lustige Listen mit Titeln wie „10 Dinge, die Du nur kennst, wenn Du ein echter Saarländer bist“ oder ähnliches. Und wie das halt so ist, wenn man irgendeinen Bezug zu dem Thema hat (ich bin zum Beispiel halbe Saarländerin), dann schaut man sich die Liste an, um herauszufinden, ob man wirklich alle Dinge kennt. So ähnlich ging es mir auch eines Tages mit der Liste „10 Dinge, die Du kennst, wenn Du ein Kind mit Behinderung hast“ – heute erinnere ich mich zwar nicht mehr an alle Punkte, aber einiges ist mir im Gedächtnis geblieben: Weiterlesen

Inklusion ja – aber wie? Der Index für Inklusion (Rezension)

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Inklusion

Liebe Leser*innen,

letztes Jahr hatte ich das große Glück, bei einem Workshop von Ines Boban und Andreas Hinz dabei sein zu dürfen. Die beiden haben den Begriff der Inklusion in Deutschland maßgeblich geprägt und sind durch ihre Arbeit mit dem Index für Inklusion* sowie – insbesondere Ines Boban – durch ihre Organisation von Zukunftsfesten bestens bekannt.

Dieser Workshop mit dem Titel „Anknüpfungspunkte Inklusion“ war für mich wirklich ein augenöffnender Moment, bei dem mir die volle Tragweite des Inklusionsbegriffes erst richtig bewusst wurde. Auch wenn ich mir schon vorher „Inklusion“ für den Löwenjungen gewünscht hatte, so ist mir erst an diesem Tag klargeworden, dass Inklusion sehr viel mehr ist als lediglich die Teilhabe von Kindern mit Behinderung am Unterricht. Inklusion betrifft jeden von uns und heißt, dass jeder so, wie er ist, seinen Platz in unserer Gesellschaft findet, unabhängig von seinem familiären Hintergrun und seinen Besonderheiten. Es ist eine generelle Haltung dem Menschen gegenüber. Der Grundstein dafür wird in der Schule gelegt – und dass Deutschlands Schulen auch heute noch an vielen Stellen recht verschlossen wird, wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen (Beispiele: Die Chancen für ein „Nichakademikerkind“, ein Studium zu absolvieren, sind erheblich geringer als in anderen Ländern. In Baden-Württemberg wird bisher kein einziges Kind mit geistiger Behinderung an einem Gymnasium inklusiv beschult. Kinder mit Migrationshintergrund verlassen die Schule wesentlich häufiger ohne Abschluss).

Die Schule als Abbild der demokratischen Gesellschaft ist für alle da – und sollte die Wünsche und Bedürfnisse eines jeden berücksichtigen. Dies geht aber nur, wenn die Schule sich öffnet und sich in Richtung Inklusion und Demokratie weiterentwickelt. Wie dies gehen soll, wird sehr anschaulich im Index für Inklusion* erklärt, den der Beltz Verlag mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Das Buch erläutert zuerst den Ansatz des Indexes: Er unterteilt den Prozess zunächst in drei Dimensionen ( A: Inklusive Kulturen schaffen, B: Inklusive Strukturen etablieren, C: Inklusive Praktiken entwickeln). Für jede dieser Dimensionen gibt es zunächst zwei Unterpunkte, die wiederum durch verschiedene Indikatoren definiert werden. So ist zum Beispiel „Eine Schule für alle entwickeln“ der erste Unterpunkt von der Dimension B. Einer der Indikatorn in diesem Bereich heißt: „Die Schule organisiert Lerngruppen so, dass die Vielfalt abgebildet und das Lernen aller unterstützt wird.“ Nun gibt das Buch mit diesen Indikatoren viele konkrete Denkanstöße – aber wer nun einen vorgefertigten Aktionsplan erwartet, wird enttäuscht sein. Für jeden Indikator steht eine Liste mit Fragen bereit, der alle am Schulgeschehen beteiligten Personen zum Nachdenken, zum Austausch und zum gemeinsamen Handeln bringen soll. So soll jede Schule ihren eigenen Weg zur Inklusion finden und dabei durch den Index Hilfestellung und Anregungen finden.

Die Autoren schreiben hierzu:

Inklusion ist ein Prozess, der nie endet. (…) Es geht darum, Entwicklungen so zu gestalten, dass sie das Lernen und die Teilhabe aller unterstützen: der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien, des Schulpersonals und der Mitgelider der Schulgremien sowie der Menschen aus dem Umfeld der Schule. (…) Ein gemeinsames Verständnis von Inklusion kann leichter entstehen, wenn man sich mit den Auswirkungen in der Praxis auseinandersetzt anstatt mit abstrakten Ideen und ohne eine Vorstellung von der praktischen Umsetzung. (…) Inklusion ist für uns ein kontinuierlicher Prozess aktiver Teilhabe mit dem Ziel, partizipative Strukturen zu schaffen und inklusive Werte in Handeln umzusetzen. (…) Inklusion will, dass Menschen sich wohlfühlen und Einrichtungen sich öffnen. Vor allem bedeutet Inklusion das Umsetzen inklusiver Werte in Handeln.

Eben diese zitierten Werte werden im ersten, theoretischen Teil des Buches genauer dargestellt und erläutert. Außerdem wird diesem „Rahmen inklusiver Werte“ auch ein Rahmen exkludierender Werte gegenübergestellt.

Schließlich gibt der Index* auch Hinweise, wie Lehrpläne und Curricula neu und inklusiv gestaltet werden könnten – auch dies ein sehr spannender Ansatz, der auch die Frage aufwirft, was wir eigentlich zu welchem Zweck lernen – und wie man den Lernstoff anders verknüpfen könnte.

Ich kann die Lektüre dieses Buches also nicht nur denen empfehlen, die sich mit Schulentwicklung beschäftigen (also Lehrer, Mitglieder in verschiedenen Schulgremien etc.), sondern auch allen anderen, die sich für Inklusion interessieren und die sich fragen, wie  genau der Wandel hin zu einer inklusiven Gesellschaft weitergebracht werden kann.

Kennt jemand von Euch den Index für Inklusion*? Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? Leider kann ich Euch nicht, wie ursprünglich geplant, Beispielseiten aus dem Buch zeigen – das Lehrerteam des Löwenjungen hat es sich nämlich letzte Woche ausgeliehen, um sich inspirieren zu lassen!

Viele Grüße

Eure Kleinstadtlöwenmama

 

*Affiliate Link: Wenn Ihr über diesen Link kauft, bekommen wir eine kleine Umsatzbeteiligung. Euch entsteht dadurch kein Nachteil. Und natürlich könnt Ihr die Bücher auch beim Buchhändler Eures Vertrauens erwerben

 

Die 11 besten Tipps, wenn Du Dein Kind mit Behinderung inklusiv beschulen möchtest

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Inklusion

Guten Morgen, liebe Leser*innen,

und willkommen zurück auf dem Blog! Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Sommer, konntet Euch ausruhen und die Sonne genießen.

Hier naht die Einschulung des Löwenjungen mit großen Schritten und wir sind alle schon sehr gespannt. Gleichzeitig beginnt auch das letzte Kindergartenjahr des Löwenmädchens, so dass wir in einigen Monaten wieder die Entscheidung treffen müssen, welche Grundschule wohl die geeignete sein wird.

Für diejenigen unter Euch, die auch ein Kind mit Besonderheit haben, welches demnächst schulpflichtig wird, habe ich mal meine wichtigsten Tipps für die Schulsuche aufgeschrieben – basierend auf meinen Erfahrungen hier in Baden-Württemberg im letzten Jahr. Weiterlesen

Warum Inklusion die beste Förderung ist – und die Sonderschule endlich der Vergangenheit angehören sollte: Mein Beitrag zum scoyo Blog Award

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Inklusion

Hallo Ihr Lieben,

wie Ihr wisst, ist das Thema Inklusion im letzten Jahr zu einem sehr wichtigen Bereich hier auf dem Blog geworden – zum einen aus persönlichen Gründen, weil ich mir für den Löwenjungen ein inklusives Umfeld wünsche, zum anderen aus gesellschaftspolitischer Überzeugung – denn im Grunde wünsche ich mir für JEDES Kind, ob mit oder ohne Besonderheit, ein solches inklusives Umfeld. Warum meiner Meinung nach Inklusion für alle wichtig ist, habe ich ja hier schon einmal aufgeschrieben.

Deshalb war ich natürlich sehr begeistert, als ich das diesjährige Thema des scoyo ELTERN Blog Awards gesehen habe: „Nachhilfe und Förderung. Was hilft unseren Kindern wirklich?“ Klar, dass sich mein Beitrag zu diesem Thema auch wieder um Inklusion dreht – denn für mich ist ein inklusives Lern- und Bildungsumfeld definitiv die beste Förderung! Aber lest selbst meinen Beitrag zum diesjährigen scoyo ELTERN Blog Award!

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Reich beschenkt ….

…. wurde ich gestern von meinem großen Löwenjungen, Ihr Lieben! Während seiner wöchentlichen Ergotherapie hat er gemeinsam mit seiner Therapeutin wieder einmal mit dem Rechenprogramm „Yes we can!“ gearbeitet, das extra für Menschen mit Downsyndrom entwickelt wurde. Das Blatt mit den Ergebnissen hat er mir dann beim Abholen stolz überreicht.

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Warum Inklusion für alle wichtig ist

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Liebe Leser*innen,

neulich war ich mit einer sehr lieben Freundin brunchen und neben vielen anderen Themen ging es irgendwann auch darum, ob und wie gut unsere Kinder in Kindergärten und anderen Einrichtungen betreut werden – und welche Vorteile ich in unserem Kindergarten und einem „inklusiven Blick“ auf das Kind sehe – für den Löwenjungen mit dem Extrachromosom, aber auch für das Löwenmädchen. Weiterlesen