„Was ist jetzt eigentlich mit der Schule?“ – oder: Die Krux mit den Behörden

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Liebe Leser*innen,

endlich, endlich schreibe ich das versprochene Update zu unserer Schulsuche. Der eine oder andere erinnert sich: Die Grundschule bei uns im Ort steht seit diesem Schuljahr für Inklusion nicht zur Verfügung, die Sonderschule entspricht nicht den Bedürfnissen des Löwenjungen, die Außenklasse war zu aussondernd, die Montessorischule zwar für mich toll, für den Löwenjungen aber nicht – und der letzte Stand war die kleine, engagierte Dorfgrundschule 15km von uns entfernt, die sofort ganz unkompliziert angeboten hatte, der Löwenjunge könne jede Woche an der Einschulungsvorbereitung der dortigen Kindergartenkinder teilnehmen, die im Schulgebäude stattfindet.

Da dies während meiner Arbeitszeit liegt, hatte ich mir also:

  • für die zwei folgenden Wochen an diesem Tag freigenommen
  • die Heilpädagogin aus dem Kindergarten gebeten, ihn in der dritten Woche zu begleiten (für diesen Tag hatte sie sich freigenommen)
  • für die Zeit nach den Osterferien eine Begleiterin gesucht, die ihn aus dem Kindergarten abholen, an die Grundschule fahren, dort mit ihm die Schnupperstunde besuchen und ihn anschließend wieder in den Kindergarten fahren würde. Bezahlt hätte ich dies von der Verhinderungspflege. Diese Begleiterin hat sich also auch die entsprechenden Wochentage freigehalten.

Alle beteiligten Personen blickten mit Spannung auf die ersten Schnupperstunden und waren voller Vorfreude.

Aber (NATÜRLICH kommt an dieser Stelle ein „Aber“) drei Tage vor dem ersten Schnuppertermin erreichte mich eine E-Mail der Schulleiterin: Das Schulamt prüfe derzeit noch andere Alternativen und es sei nicht sicher, ob an ihrer Schule wirklich ein Inklusionsstandort entstehen würde. Wir beschlossen daher gemeinsam, eine endgütlige Aussage des Schulamts abzuwarten, ehe wir den Löwenjungen an eine Schule gewöhnen, die er vielleicht gar nicht besuchen werden darf.

Für uns Kleinstadtlöwen heißt es seitdem (also seit Anfang März) wieder warten, warten, warten. Ich erspare Euch nun die Details meiner Anrufe und Gespräche mit diversen Personen (anderen Eltern, Lehrkräften, Mitarbeitern im Schulamt), Fakt ist: Wir wissen nichts genaues. Außer: Es gibt dieses Jahr so viele Anfragen für inklusive Beschulung, dass – sollten alle diese Familien sich wirklich für die Inklusion entscheiden – die kleine Dorfgrundschule zu klein wäre. Wir hoffen nach wie vor auf eben diese Schule und fürchten nach wie vor eine mehrzügige große Grundschule, die evtl. auch noch weiter weg gelegen ist. Außerdem hoffe ich – auch nach wie vor – dass wir in den nächsten 2-3 Wochen genauere Informationen und vielleicht noch vor den Pfingstferien eine definitive Antwort haben werden.

Leider schreibt das Schulgesetz den Schulämtern keinerlei Fristen vor, bis wann ein inklusives Bildungsangebot gemacht werden muss. Mir bleibt also nur: Abwarten, mich in Gelassenheit üben und weiter hoffen! Wer mich kennt, weiß, dass ich eher eine Macherin bin (böse Zungen könnten mich auch als Kontrollfreak bezeichnen) und dass mein Sohn mich zwar schon viel Geduld gelehrt hat – aber anscheinend noch nicht genug!

Ihr seht also, bei uns bleibt es wie immer spannend! Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden, versprochen!

Liebe Grüße,

Eure Kleinstadtlöwenmama

Auf Schulsuche IV: Und wenn es doch die Regelschule wird?

20171011_174419Hallo liebe Leser,

ich hätte vor zwei Monaten nicht zu hoffen gewagt, dass ich diesen Beitrag einmal schreiben würde, aber: Es tut sich etwas hier in der Inklusionswüste! Warum der Löwenjunge vielleicht doch eine ganz normale Regelgrundschule besuchen kann, erzähle ich Euch heute!

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Auf Schulsuche III: Die integrative Montessorischule

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Hallo Ihr Lieben,

meinem heutigen Artikel möchte ich ein Zitat voranstellen, das ich hier gefunden habe:

„Das einzige was wir wirklich tun müssen, ist, unsere Grundhaltung gegenüber dem Kind zu ändern und es zu lieben mit einer Liebe, die an seine Person glaubt und daran, dass es gut ist; mit einer Liebe die nicht seine Fehler, sondern seine Tugenden sieht, die es nicht unterdrückt, sondern es ermutigt und ihm Freiheit gibt. „ – Maria Montessori

Jetzt aber: Endlich schaffe ich es, Euch von der nächsten Etappe unserer Schulsuche für den Löwenjungen zu berichten. Die ersten beiden Teile findet Ihr hier und hier – und wenn Ihr die gelesen habt, wisst Ihr auch, dass der „normale“ Weg für mich bisher keine Option ist.

Nach meinen doch eher frustrierenden Besuchen in der Außenklasse und in der Förderschule habe ich begonnen, mich auch nach alternativen Schulformen umzusehen – und ich habe auch den Radius meiner Suche erheblich erweitert. Weiterlesen

Auf Schulsuche II: Die Außenklasse

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Guten Morgen, Ihr Lieben!

Bevor ich mit meinem heutigen Bericht aus der Außenklasse starte, möchte ich auch hier noch den Nachtrag zu meinem letztzen Artikel einfügen, den ich gestern geschrieben habe:

NACHTRAG: Eine aufmerksame Leserin hat mich zu Recht daraufhingewiesen, dass hier in Baden-Württemberg die Förderschulen die Schulen für Schüler mit Lernbehinderung sind. Schulen für Kinder mit geistiger Behinderung heißen SBBZ (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum), werden aber meist noch als Sonderschule bezeichnet. Ich habe nun in meinem Text den Begriff Sonderschule benutzt (anstatt wie vorher fälschlicherweise Förderschule), damit auch die Leser aus den anderen Bundesländern wissen, welche Schulart ich meine. Ich muss auch leider zugeben, dass ich eigentlich weiß, wie die korrekten Bezeichnungen sind, es aber immer wieder verdränge. Denn wenn man die Schulformen beim Wort nimmt, heißt es ja: Förderschüler (also mit Lernbehinderung) werden auf der Förderschule „gefördert“, Schüler mit geistiger Behinderung werden im SONDERpädagischen Bildungs-und Beratungszentrum (ab)“gesondert“ – weiter weg von Inklusion geht es ja auch sprachlich nicht mehr. Wahrscheinlich möchte mein Unterbewusstsein deshalb diesen Begriff nicht verwenden! 😉

Wie ich Euch schon erzählt habe, gibt es hier in Baden-Württemberg die sogenannten Außenklassen, fälschlicherweise oft auch Inklusionsklassen genannt: Diese Klassen gehören formal zur Sonderschule, sind aber an eine „normale“ Grundschule ausgelagert. Ziel der Außenklassen ist es, das Miteinander von Schülern mit und ohne Behinderung zu fördern. So findet der Unterricht teilweise gemeinsam mit einer „Kooperationsklasse“ der Regelschule statt, die Pausen werden gemeinsam verbracht und häufig werden auch Projekte initiiert. Häufig heißt es, dass das Lernniveau in einer Außenklasse etwas höher sei als an der Sonderschule und der Ablauf insgesamt verschulter. Ich bin gespannt, wie es in Wirklichkeit aussieht!

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Auf Schulsuche I: Regelschule und Sonderschule

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Guten Morgen zusammen!

Ich nutze die ruhige erste Januarwoche, um Euch endlich von meinen Hospitationen (oder auch nicht) in verschiedenen Schulen zu berichten – heute soll es zunächst um die Regelschule und dann – ausführlich – um meinen Besuch in der Sonderschule für geistige Entwicklung (SBBZ) gehen. Weiterlesen

Türchen 24: Yara und Glück

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Es ist soweit, liebe Leser!

Wir öffnen das letzte Türchen in unserem Inklusionsadventskalender. Zum Abschluss habe ich heute einen Bericht aus Brandenburg für Euch, und zwar über die inklusive Beschulung von Yara, 7 Jahre. Yaras Mutter Ariane hat für uns aufgeschrieben, wie ihr bisheriger inklusiver Weg verlaufen ist und warum sie auch heute noch glücklich über die inklusive Beschulung von Yara sind – auch wenn es dabei einige Hindernisse zu überwinden galt (und gilt).

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Türchen 23: Sontje

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Guten Morgen am Samstag!

Heute gibt es im Adventskalender noch einmal ein Blogger-Gesicht, das ich schon seit der Diagnose vor fast 6 Jahren kenne: Sontje vom Chaoshaus in Bayern ist inzwischen schon 7 Jahre alt und seit September ein Schulkind.

Ende Oktober hat Anja in ihrem Blog einen kurzen Überblick gegeben, wie es bisher in der Schule klappt: Weiterlesen