Die Löwenmama sieht fern: Mein erster Onlinekongress

FB-Titel-Header-Final2-LayerEs ist ruhig hier im Blog – was im Normalfall bedeutet, dass mein Alltag umso lauter und voller ist. Leider fehlt mir momentan einfach die Zeit, hier regelmäßig zu schreiben. Ich habe unglaublich viele Ideen und Themen, die ich gerne verbloggen würde – aber auch mein Tag hat leider nur 24 Stunden. Und Euch dann immer nur Fotos von den Freitagslieblingen und dem Wochenende in Bildern zu zeigen, entspricht auch nicht meinen Vorstellungen von einem interessanten und abwechslungsreichen Blog.

Ich gelobe Besserung!

Diese Woche erbitte ich mir aber noch eine Schonfrist, da zur Zeit der allererste Downsyndrom-Onlinekongress „Downsyndrom – leicht.er.leben!“ stattfindet. Seit dem 10. November – und noch bis zum 19. November werden jeden Tag drei bis vier Experteninterviews ausgestrahlt, die sich zu verschiedenen Themen rund um das Downsyndrom äußern. Weiterlesen

Teil 2: Auf dem Weg zur Inklusion – oder doch nicht?

20171011_174419Ihr Lieben, hier hatte ich Euch schon von unseren ersten Schritten auf dem Weg zur richtigen Schule für unseren Löwenjungen erzählt.

Der Artikel endete damals recht optimistisch, da ich dachte, wir hätten eine Grundschule gefunden, die trotz der schwierigen äußeren Bedingungen bereit ist, den Löwenjungen so zu nehmen, wie er ist, und diesen inklusiven Weg mit uns gemeinsam zu gehen.

Ihr merkt es schon am Konjunktiv – so einfach ist es nun alles doch nicht. Weiterlesen

Lieber AfD-Wähler…..

Lieber AfD-Wähler,

wir kennen uns nicht – zumindest nicht persönlich, auch wenn die Meinungs- und Wahlforscher ein recht präzises Bild von Dir zeichnen.

Ich denke, dass auch Deine Informationskanäle ein präzises Bild von mir zeichnen: Mutter eines behinderten Kindes, alleinerziehend, „Gutmensch“, der hauptberuflich mit Flüchtlingen arbeitet usw.

Ich sage es ganz ehrlich: Du – beziehungsweise die Tatsache, dass es so viele von Dir gibt – machst mir Angst. Und ich denke, dass ich, meine Lebensweise und mein Umfeld Dir auch Angst machen.

Deshalb möchte ich Dich gerne einladen, mich und meine Welt besser kennenzulernen. Weiterlesen

Eure Wahl? Und wie!

Wer mich kennt, der weiß, dass ich politisch sehr interessiert bin und auch eine relativ klare Meinung habe.

Wer meine Lebenssituation kennt, der weiß auch, dass ich gesellschaftlich und politisch quasi zu einer doppelten Randgruppe gehöre, als Alleinerziehende eines Kindes mit Behinderung.

Und wer schon einmal mit mir diskutiert hat, der erinnert sich, dass Nichtwählen für mich keine Option ist und für mich Wählen ein Recht ist, dem ich sehr gerne nachkomme. Weiterlesen

5 Freitagslieblinge am 14. Juli 2017

Die Woche ist schon wieder fast vorbei und wie immer habe ich meine persönlichen Freitagslieblinge aufgeschrieben – bis auf einen, denn ich hatte gefühlt keine Minute für mich diese Woche und deshalb auch keinen Lieblingsmoment für mich.

Mein Lieblingsmoment mit den Kindern war eigentlich eine Situation, die mir früher den letzten Nerv geraubt hätte: Am Dienstag nachmittag waren wir gerade auf dem Rückweg von dem wöchentlichen „Therapiemarathon“ des Löwenjungen. Anstatt der üblichen halben Stunde haben wir allerdings geschlagene 2,5 Stunden für den Heimweg gebraucht, da durch einen LKW-Unfall die dreispurige Autobahn gesperrt war und der Verkehr nur über die Standspur umgeleitet wurde. Die Kinder waren aber trotzdem gut gelaunt und wir haben zusammen im Auto soviel Quatsch gemacht, dass wir alle drei Tränen gelacht haben. Foto habe ich aber leider keines gemacht!

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Mein Lieblingsbuch ist diese Woche ein Kinderbuch: Wir haben „Fabers Schatz“ von Cornelia Funke ausgeliehen und ich bin ganz begeistert von diesem Buch, das auf ganz schlichte Weise so wichtige Themen wie Freundschaft und Toleranz aus Kindersicht anschneidet und gleichzeitig neugierig darauf macht, das Fremde im eigenen Land kennenzulernen: Faber bekommt von seinem Opa einen fliegenden Teppich aus Damaskus geschenkt, der aber nur dann fliegen kann, wenn man die aufgestickten Worte liest. Faber muss sehr lange suchen, bis er jemanden findet, der diese Schrift lesen kann – schließlich trifft er die kleine Shaima aus Damaskus, die ihm helfen kann….

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Mein Lieblingsessen ist diese Woche Soulfood pur: Ich habe endlich mal wieder Pasta mit Spinat-Lachs-Soße gekocht, das war am Mittwoch genau das richtige nach einem langen Tag und der vorausgegangenen kurzen Nacht.

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Meine Lieblingsinspiration war ein Artikel in der ZEIT, der von einer 13jährigen Autistin zum Thema Inklusion verfasst wurde. Leider ist der Artikel nicht frei zugänglich, aber vielleicht hat der eine oder andere von Euch ja entweder den Online-Zugang oder aber die Printausgabe vom 5. Juli. (Edit vom 31. Juli: Ich habe gerade entdeckt, dass der Artikel inzwischen frei zugänglich ist – die Lektüre lohnt sich!) Ich fand es jedenfalls sehr spannend, endlich einmal zu lesen, wie Inklusion aus der Sicht eines „Inklusionskindes“ erlebt wird.

Und jetzt verlinke ich schnell den Artikel bei Berlin Mitte Mom und wünsche Euch allen ein wunderbares Wochenende!

Auf dem Weg zur Inklusion?

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Im September 2018 wird der Löwenjunge eingeschult – für welche Schulart wir uns entscheiden werden, wissen wir noch nicht. An unserem Weg der Entscheidungsfindung möchte ich Euch hier gerne immer mal wieder teilhaben lassen – heute zunächst mal mit dem Status quo und meinen ersten Kontakten zu Schulen und Entscheidungsträgern.

Vorab: In unserer Kleinstadt wurde noch nie ein Kind mit sogenannter „geistiger Behinderung“ inklusiv beschult, nur Kinder mit Lernbehinderung und dies auch nur an einer einzigen Grundschule.

Ich wünsche mir für mein Kind eine Schule, an der er sich wohl fühlt und Teil einer Gemeinschaft ist – und kein Außenseiter. Nun ist der Löwenjunge aber – anders als seine Schwester – recht zurückhaltend und in neuen Situationen, bei fremden Leuten oder wenn er unter Druck steht, regelrecht scheu und kann richtig verstummen. Gleichzeitig wünsche ich mir aber auch für ihn, dass er so viel lernen darf, wie er kann und will – und das ist meiner Ansicht nach recht viel. Er ist wissbegierig, ausdauernd und hat eine Konzentrationsfähigkeit, die allen seinen Therapeuten immer wieder Bewunderung abverlangt.

Die meisten Leute, die mir bisher Empfehlungen zu seiner schulischen Laufbahn gegeben haben, kannten den Löwenjungen überhaupt nicht – hatten aber trotzdem bereits eine feste Meinung:

Anruf 1: bei der Schule in unserem Einzugsgebiet.

Eine wohnortnahe Schule wäre für mich die Traumlösung: Der Löwenjunge könnte weiterhin mit seinen Kindergartenfreunden zusammenbleiben, der Schulweg wäre zu Fuß machbar und evtl. käme auch das Löwenmädchen ein Jahr später an die gleiche Schule (was für mich die Alltagsorganisation ein großes Stück einfacher machen würde). In jedem Fall ist diese Schule aber für uns zuständig und muß die nötigen Anträge in die Wege leiten.

Kurze Vorstellung meinerseits und meines Anliegens (Kennenlerngespräch vereinbaren, um zu besprechen ob und wie eine inklusive Beschulung möglich ist)

Schuldirektorin: „Aber wenn Ihr Sohn behindert ist, wird er doch den Schulweg ohnehin nicht alleine gehen können. Dann brauchen Sie ihn doch auch nicht wohnortnah zu beschulen!“

Einen Termin haben wir dann doch vereinbart – natürlich außerhalb der Betreuungszeiten des Kindergartens. Nachdem ich extra eine Betreuung organisiert hatte und zur Schule kam, musste ich dort feststellen, dass die Direktorin erkrankt war und es bis zum Nachmittag niemand geschafft hatte, mir abzusagen.

(Die Anträge habe ich mir inzwischen per Post schicken lassen)

Anruf 2: beim Schulamt

Hier wird entschieden, welche Schule uns für den Löwenjungen vorgeschlagen wird. Die „freie Schulwahl“, die mit der UN-Behindertenkonvention 2009 unser Recht geworden ist, beinhaltet hier in Süddeutschland die Wahl zwischen einer (Regel-)Grundschule, die das Schulamt uns vorschlägt, und der Förderschule für geistige Behinderung. 

Auch hier wieder kurze Vorstellung meinerseits, ich möchte mich über das Prozedere bei einer inklusiven Beschulung informieren.

Sachbearbeiterin: „Was hat Ihr Sohn denn?“

Ich: „Downsyndrom“

Sie: „Ach, das sind ja so fröhliche Kinder! Und sie lernen so gut durch Nachahmung!  Sie sollten ihn unbedingt in einer unserer Inklusionsklassen anmelden!“

Die Inklusionsklassen hießen hier früher Außenklassen. Eine Klasse der Förderschule ist an einer normalen Grundschule angesiedelt, so dass die Kinder die Pausen mit den „normalen“ Schülern verbringen sowie oftmals in den sogenannten „weichen“ Fächern gemeinsam „lernen“ – also Kunst, Musik, Sport, etc. Für die „richtigen“ (ich entschuldige mich bei allen mitlesenden Kunst-, Musik- und Sportlehrern!) Fächer werden die Kinder allerdings getrennt unterrichtet – damit die „normalen“ und die „anders normalen“ Kinder jeweils ungestört und nach ihrem Niveau lernen können. Vom ursprünglichen Gedanken der Inklusion finde ich bei diesem Konzept nicht viel. 

Immerhin erfahre ich bei diesem Telefonat noch, dass es in unserer Kleinstadt nur eine Grundschule gibt, an der eine inklusive Beschulung möglich ist – auch wenn dies bisher nur für Kinder mit Lernbehinderung auf die Beine gestellt wurde. Mir wird aber dringend nahegelegt, mich bei der sonderpädagogischen Beratungsstelle zu informieren – und mir auf jeden Fall die AußenInklusionsklassen anzuschauen.

Anruf 3: bei der sonderpädagogischen Beratungsstelle

Diese befindet sich passenderweise in der Förderschule für geistige Behinderung.

Nach meiner üblichen Vorstellung kommt dann diese Aussage:

„Ja, die Inklusion klingt natürlich schon immer toll für die Eltern. Sie hat aber einfach auch gravierende Nachteile für die Kinder. Unsere Inklusionsklassen hingegen…..“

Diejenigen, die den Löwenjungen seit mehreren Jahren begleiten und ihn gut kennen, befürworten allesamt eine inklusive Beschulung: unser Kinderarzt ( auf den ich noch ein Loblied singen werde), die Frühförderstelle, die Erzieher und Heilpädagoginnen in seiner Kita, die Logopäden und Ergotherapeuten in unserem Therapiezentrum. O-Ton hier: „Der Löwenjunge hat Potential und ist lernbegierig. Es wäre sehr bedauernswert, ihm diese Möglichkeit von vorneherein zu nehmen.“

Und was sagt nun die Löwenmama?

Ich habe das Mammutgutachten, das für seine Einschulung notwendig ist, in die Wege geleitet. Gleichzeitig werden wir uns nach den Sommerferien die Förderschule, die AußenInklusionsklasse und die einzige Grundschule ansehen, die unser Kind aufnehmen würde – dann können wir uns zumindest ein umfassendes Bild machen. Und natürlich achten wir auch darauf, was der Löwenjunge will! Entscheiden müssen wir uns bis Ende März 2018.

Anruf 4: bei der inklusiv arbeitenden Grundschule

Die Direktorin: „Wir arbeiten seit 5 Jahren inklusiv. 3 Jahre davon hatten meine Lehrkräfte keinen Sonderpädagogen an ihrer Seite und mussten alles alleine stemmen. Wir sind hier alle an den Grenzen unserer Belastbarkeit oder bereits darüber hinaus. Trotzdem sage ich Ihnen: Meine Kolleginnen und ich stehen hinter unserer inklusiven Arbeitsweise und Ihr Sohn ist natürlich bei uns willkommen!“

To be continued!

Alltag im Kindergarten

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Bei Leen von Aufbruch zum Umdenken habe ich vor ein paar Tagen diese sehr gute Beschreibung eines idealen Tages im Kindergarten entdeckt – und mich sehr gefreut, dass ich unseren Kindergarten an den meisten Stellen in der Beschreibung entdecken konnte.

Da unsere Bedürfnisse ja durch die Behinderung des Löwenjungen noch einmal etwas spezieller sind, möchte ich Euch heute einmal einen ganz normalen Tag im Kindergarten beschreiben – so, wie ich es als Außenstehende mitbekomme.

Das Ankommen

Die Erzieherin begrüßt beide Kinder auf Augenhöhe, spricht beide kurz an, wie es ihnen geht und was sie tun möchten (der Löwenjunge hat meistens schon eine ganze genaue Idee und sucht sich ein Spiel oder eine kreative Aktivität aus, während es für das Löwenmädchen ganz wichtig ist, mir noch einmal vom Flurfenster aus zu winken, unsere spezielle Indianerverabschiedung zu rufen und somit einen Mama-Moment ganz für sich zu haben). Durch das Fenster sehe ich, wie das Löwenmädchen anschließend fröhlich in das Gruppenzimmer läuft und hüpft.

Der Vormittag

Um 9, wenn alle Kinder da sind, findet der Morgenkreis statt. Bis dahin spielen die Kinder frei in ihrem Gruppenraum oder frühstücken im Bistro (siehe unten). Am Ende des Morgenkreises wählt jedes Kind aus dem aktuellen Angebot (z.B. Kreativwerkstatt, Rollenspielbereich, Turnraum, Hof, Entdeckerraum, Holzwerkstatt etc.) aus, womit es sich beschäftigen möchte. Damit die Erzieher den Überblick behalten, welches Kind gerade wo ist, verfügt jedes Kind über eine Fotokarte, die es am Eingang zum jeweiligen Bereich befestigt. Möchte ein Kind die Aktivität wechseln, sagt es dem Erzieher Bescheid, nimmt seine Karte und geht in einen anderen Spielbereich.

Dieses Konzept besteht so seit Januar in unserem Kindergarten. Ich war anfangs sehr besorgt, ob und wie der Löwenjunge, der eigentlich feste Abläufe und gerade auch für Aktivitätswechsel viel Zuspruch und Begleitung braucht, mit diesem teiloffenen Konzept klarkommen würde. Dadurch, dass ihm hier aber viel mehr zugetraut wird, hat er in den letzten Monaten sehr an Selbstvertrauen gewonnen und bewegt sich nun viel freier und selbständiger im ganzen Kindergarten. Das Prinzip hat er sehr schnell verstanden und lief schon am 2. Tag stolz mit seiner Karte durch den Kindergarten.

Ab 8 Uhr können die Kinder selbständig im „Bistro“ frühstücken. Mindestens ein Erzieher hält sich dort auf und frühstückt mit den Kindern, unterstützt da, wo es nötig ist und ist für sie da. Das Frühstück wird leider nicht vom Kindergarten gestellt, sondern jedes Kind hat seine eigene Brotdose dabei. Manchmal komme ich während der Frühstückszeit, um eines der Kinder abzuholen (zum Beispiel mit gebrochenem Unterarm….). Das Löwenmädchen sitzt meist fröhlich mit ihren Freundinnen da und quatscht (oft so viel, dass sie keine Zeit zum Frühstücken hat), während der Löwenjunge sich ganz auf sein Essen konzentriert und oft so lange frühstückt, dass die anderen Kinder schon wieder spielen gegangen sind. Zweimal habe ich ihn nun auch alleine dort sitzen sehen und die Erzieher gebeten, da ein Auge drauf zu haben.

Im Eingangsbereich sehen Kinder und Eltern anhand von großen Bildkarten, welche Erzieher an diesem Tag in welchem Bereich sein werden.

Mittagessen und Abschluss

Am Ende des Vormittags findet in der Stammgruppe noch einmal ein Abschlusskreis statt, anschließend werden die Regelkinder abgeholt, die anderen gehen zum Essen. Die Löwenkinder bleiben jeden Tag bis 14 Uhr im Kindergarten. Zwischen dem Mittagessen und der Abholzeit spielen die Kinder frei, lesen oder malen. Anschließend wird oft eine Geschichte erzählt und jedes Kind einzeln verabschiedet.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Kindergarten organisiert regelmäßig Ausflüge, Spaziergänge, Waldwochen, Besuche im Altenheim und auf dem Wochenmarkt etc. Auch werden immer wieder Aktivitäten mit den Eltern angeboten – zum Beispiel der Gottesdienst letzte Woche.

Es finden regelmäßige Gespräche statt, geplante genauso wie spontane Gespräche beim Abholen, die Kommunikation zwischen den Erziehern untereinander sowie mit den Eltern klappt – zumindest bei uns – sehr gut. Beim Löwenmädchen habe ich nicht so viel Gesprächsbedarf, da es mir von alleine schon sehr viel erzählt und ich eigentlich immer weiß, was für sie gerade wichtig ist.

Beim Löwenjungen sieht das anders aus: Zum einen spricht er kaum, zum anderen ist es für ihn noch sehr schwer, Vergangenes wiederzugeben. Auf offene Fragen kann er nur sehr schwer antworten. Deshalb habe ich, in Absprache mit dem Kindergarten, für ihn ein „Ich-Buch“ gestaltet, mit vielen Fotos, mit denen er sowohl im Kindergarten als auch zuhause erzählen kann, was er z.B. am Vortag erlebt hat. In dem Buch befindet sich auch ein Notizheft, in dem seine Bezugserzieherin, die Heilpädagogin und ich uns austauschen.

Echte Inklusion im Kindergarten

Viele Kinder mit Downsyndrom haben bereits im Kindergarten einen Integrationshelfer, der sie dabei unterstützt, den Alltag zu bewältigen. Auch der Löwenjunge hat darauf Anspruch – unser integrativer Kindergarten hat aber das Konzept, dass diese „Integrationsarbeit“ von den Erziehern und Heilpädagogen mitgetragen und jedes Kind so unterstützt wird, wie es das nötig hat – egal ob mit oder ohne Behinderung. Das hat den schönen Effekt, dass die meisten Kinder und Eltern gar nicht wissen, welche Kinder denn nun die sogenannten „Integrativkinder“ sind – und das auch dort im Alltag keine Rolle spielt. Und ich weiß, dass der Löwenjunge auch ohne Integrationshelfer genauso am Geschehen teilnehmen kann wie alle anderen Kinder.

Der Kindergarten unterstützt mich auch bei den verschiedenen Formalitäten, die für das Löwenkind zu erledigen sind (zum Beispiel übernehmen sie komplett die Antragstellung für die Integrationsstunden, so dass ich nur einmal jährlich zu einem Hilfeplangespräch mit einer Mitarbeiterin des Landratsamts muss), unterstützen uns auf unserem Weg zur Inklusion und wissen durch unsere regelmäßigen Gespräche auch, welche Förderschwerpunkte der Löwenjunge gerade hat und was in den unterschiedlichen Therapien gemacht wird.

Was fehlt?

Was mir an unserem Kindergarten wirklich fehlt, ist eine regelmäßige Information darüber, wie die Kinder den Tag verbracht haben. Denn 1. bin ich natürlich neugierig und 2. hätte ich dann, gerade beim Löwenjungen, einen konkreten Gesprächsanlass, an den ich anknüpfen könnte, und könnte auch ggfs. unsere Aktivitäten danach gestalten. Zur Abholueit möchten die Kinder dann meine volle Aufmerksamkeit, so dass ich auch keine Gelegenheit habe, die Erzieher zu fragen.

Was mag ich besonders?

Den Enthousiasmus und die Empathie der allermeitsten Erzieher.

Dass sie jedes Kind so annehmen, wie es ist (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) und diese Werte auch den anderen Kindern vermitteln.

Dass meine Kinder jeden Morgen fröhlich dorthin gehen – und genauso fröhlich wieder zurückkommen.