Anstatt Freitagslieblingen: Unser gemeinsam-getrenntes Weihnachten-Silvester 2017/18

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Hallo Ihr Lieben,

zum Wochenende habe ich anstatt der üblichen Freitagslieblinge dieses Mal einen etwas anderen Rückblick für Euch: Einige hatten mich schon gefragt, wie wir dieses Jahr die Feiertage begehen würden, denn für getrennte Eltern ist das ja meist noch einmal etwas komplizierter als ohnehin schon (insbesondere wenn, wie bei uns, die Großeltern in verschiedenen Ländern wohnen und einige hundert Kilometer dazwischen liegen). Weiterlesen

5 Freitagslieblinge am 15.12.2017

Guten Abend zusammen,

nach einem turbulenten Nachmittag mit vielen Luftballonschlachten schlafen die Löwenkinder selig in ihrem Geschwisterbett (sie dürfen nämlich selbst entscheiden, ob sie bei mir, alleine oder in eben diesem Geschwisterbett schlafen möchten – die letzteren beiden Varianten enden allerdings meist mit nächtlichen Wanderungen) und ich zeige Euch und Berlinmittemom noch schnell meine 5 Lieblinge der vergangenen Woche, bevor ich mich mit ein paar Zeitschriften ins wohlverdiente Wochenende verabschiede.

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Welchen Blick richten wir auf unsere Kinder?

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Alle Eltern erleben irgendwann diesen einen schmerzhaften Moment, in dem ihnen klar wird, dass ihr Kind den Erwartungen, die sie – bewusst oder unbewusst – hatten, nicht oder nicht ganz entspricht. Und alle Eltern müssen früher oder später das Bild, das sie sich von ihrem Kind oder ihrem Leben mit Kind gemacht hatten, wieder zurechtrücken. Weiterlesen

Lieber AfD-Wähler…..

Lieber AfD-Wähler,

wir kennen uns nicht – zumindest nicht persönlich, auch wenn die Meinungs- und Wahlforscher ein recht präzises Bild von Dir zeichnen.

Ich denke, dass auch Deine Informationskanäle ein präzises Bild von mir zeichnen: Mutter eines behinderten Kindes, alleinerziehend, „Gutmensch“, der hauptberuflich mit Flüchtlingen arbeitet usw.

Ich sage es ganz ehrlich: Du – beziehungsweise die Tatsache, dass es so viele von Dir gibt – machst mir Angst. Und ich denke, dass ich, meine Lebensweise und mein Umfeld Dir auch Angst machen.

Deshalb möchte ich Dich gerne einladen, mich und meine Welt besser kennenzulernen. Weiterlesen

„Und wann denkst Du mal an Dich?“ – Über Attachment Parenting und Selbstfürsorge

Im Internet diskutieren viele gerade einen Artikel auf Zeit Online, in dem eine Mutter ihre persönlichen Erfahrungen mit Attachment Parenting schildert und, überspitzt formuliert, beschreibt, dass sie durch diese „Erziehungsmethode“ fast im Burnout gelandet w.

Mich hat dieseräre Artikel aus zwei Gründen sehr betroffen und traurig gemacht, zum einen wegen der extrem negativen und – meiner Meinung nach – verzerrten Darstellung von Attachment Parenting (ich warte schon gespannt auf den Anruf meiner Mutter, die ohnehin meiner Art der Kindererziehung sehr skeptisch gegenübersteht und in dem Artikel wahrscheinlich alle ihre Ängste bestätigt sehen wird – die Frage im Titel ist dementsprechend auch ein Zitat von ihr). Zum anderen aber auch, weil es mir für die Mutter leid tut, dass sie augenscheinlich die bedürfnisorientierte Lebensweise als so dogmatisch und einengend verstanden hat, dass sie dadurch einem wahnsinnigen Druck ausgesetzt gewesen sein muß.

Ich persönlich habe das genaue Gegenteil erlebt. Für mich war der bedürfnisorientierte Ansatz quasi eine Befreiung:

  • von vielen Glaubenssätzen, die mich die ersten Jahre als Mutter unter Druck gesetzt hatten
  • von den extrem überhöhten Ansprüchen an mich selbst, rundum alles perfekt machen zu müssen
  • von dem Gefühl, jedes nicht normgerechte Verhalten meiner Kinder als persönliches Scheitern meiner Erziehung zu sehen (und nicht normgerechtes Verhalten gab es zu der Zeit bei uns zuhauf, bei einem Kind mit Behinderung und einem Schrei- und Speibaby)
  • von der über einige Jahre hinweg angehäuften Müdigkeit und Erschöpfung, weil ich nie wirklich abschalten und runterkommen konnte (und trotzdem das Gefühl hatte, nichts richtig gut zu machen)

Bei mir kam also, kurz gesagt, erst das Burnout und dann das Attachment Parenting.

Was ich unter Attachment Parenting verstehe und dass ich nicht alle „gängigen Bedingungen“ wie Tragen und Langzeitstillen erfülle – und mich trotzdem damit identifiziere, habe ich ja hier schon einmal beschrieben.

Heute möchte ich aber darauf eingehen, warum ich als Mutter bei meinem Lebensstil eben nicht (bzw. nicht mehr) zu kurz komme. Für mich stehen hier die Bedürfnisse ALLER Familienmitglieder im Vordergrund. Bedürfnisorientiert leben heißt nicht, dass die Kinder von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr abends alles bestimmen und alleine entscheiden. Bedürfnisorientiert heißt, immer wieder Kompromisse zu finden und diese auch zu kommunizieren.

Banales Beispiel:

Wenn die Kinder eine Weile lang Kinderlieder im Auto gehört haben, müssen sie dann auch mal durch eine halbe Stunde Depeche Mode. Das entscheide ich dann aber nicht im Alleingang und haue den Kindern auf einmal „Black Celebration“ um die Ohren, sondern ich sage ihnen, dass ich jetzt wirklich eine Kinderlieder-Pause brauche und sie nach meiner Musik die nächste Entscheidung treffen können. Vielleicht ärgert sich dann ein Kind. Das kann ich verstehen – ich würde mich ja auch ärgern, wenn ich zum 123. Mal „Ich bin ein Musikante“ hören müsste. Ich zeige dem Kind auch, dass ich seinen Ärger und Frust verstehe – und spiele es nicht herunter mit einem „Stell dich nicht so an!“ oder ähnlichem.

Ich für mich habe den Eindruck, dass ich, seit ich vermehrt auf die Bedürfnisse der Kinder achte, auch meine eigenen Bedürfnisse einschätzen und berücksichtigen kann. Eben weil ich meine Prioritäten anders setze. Wenn ich merke, dass bei allen die Luft raus ist und die Kinder lieber mit mir ein Buch lesen als danach irgendein tolles, selbst gekochtes Biogemüse unauffällig an den Hund zu verfüttern – dann lesen wir halt ein Buch. Aber wenn ich in dem Moment keine Lust habe, schon wieder „Conni feiert Weihnachten“ zu lesen – dann suchen wir gemeinsam ein anderes Buch aus. Und essen später Nudeln. Mit ohne Soße für das Löwenmädchen. Mit Soße, aber ohne Gemüse für den Löwenjungen. Mit viel Gemüse für mich, weil mir das am besten schmeckt. Und das Gemüse kommt an dem Tag aus dem Tiefkühler…

Das Löwenmädchen tut sich momentan sehr schwer mit dem Einschlafen. Mir ist es aber wichtig, abends auch etwas für mich zu lesen – sonst fehlt mir einfach etwas. Im Urlaub ist sie deshalb mehrmals gemütlich eingeschlafen, während ich ihr leise aus meinem aktuellen Buch „Die hellen Tage“ vorgelesen habe – und das waren für uns beide wunderschöne Momente.

Natürlich gibt es auch Momente, an denen ich an meine Grenzen komme. Der Löwenjunge verarbeitet zum Beispiel nachts das Erlebte, indem er sehr unruhig wird, um sich schlägt oder weint. Ich bin dann irgendwann erschöpft und der nächste Tag ist gefühlt 30 Stunden länger, die Schüler lauter und meine Bewegungen irgendwie langsamer. Aber erstens weiß ich inzwischen, dass solche Tage vorbeigehen und ich meine Arbeit trotzdem gemacht kriege – das gibt mir Sicherheit. Und zweitens mache ich dann Abstriche: Den Widerspruch für die Krankenkasse schreibe ich eben an einem anderen Tag. Das Geschirr bleibt abends stehen und ich erledige nur das Allernötigste. Anstatt einer gesunden Zwischenmahlzeit gibt es Schokolade für mich – und vielleicht noch einen Kaffee mehr. Es gibt auch ein oder zwei Personen, die ich, wenn ich wirklich mit meinen Kräften am Ende bin, kurzfristig anrufen kann, damit sie mir zwei Stunden die Kinder abnehmen – das Wissen alleine gibt mir auch schon Kraft.

Insgesamt bin ich gelassener geworden, seit ich unseren Weg besser kenne. Ich renne nicht mehr meiner Zeit hinterher und kann mir im Alltag immer wieder ruhige Momente verschaffen (auch wenn das zum Beispiel am Wochenende oder jetzt in den Ferien bedeutet, dass die Kinder jeden Tag eine Stunde fernsehen dürfen. Oder auch mal länger). Früher habe ich mir nie bewusst soviel Zeit für mich genommen und diese auch genossen – sondern war, auch bevor ich Mutter wurde, ständig mit irgendwelchen mehr oder weniger wichtigen Sachen und „Projekten“ beschäftigt.

Wenn die Einschlafbegleitung abends länger dauert, schaffe ich es meist, die Zeit zu genießen als das, was sie ist: Momente, in denen ich nur für meine Kinder da bin und in denen sie mit mir als Bezugsperson das teilen wollen, was sie tagsüber erlebt haben – oder einfach meine Nähe suchen.

Für mich ist also unser Weg keine „Aufopferung“, im Gegenteil. Er fühlt sich gut an und wenn ich das Vertrauen sehe, das meine Kinder mir entgegen bringen (und ich ihnen), dann weiß ich, dass dieser Weg für uns als Familie der einzig richtige ist.

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade von Geborgen wachsen.

Loblied auf unseren Kinderarzt

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Bedürfnisorientiert und zugewandt beim Kinderarzt?

Ja, das geht – und ist für mich auch die Grundvoraussetzung für ein vertrauensvolles Verhältnis.

Nachdem unsere ersten Erfahrungen beim Kinderarzt wirklich unterirdisch waren, haben wir dank meiner tollen Hebamme schnell einen Arzt gefunden, der sich nicht nur fachlich sehr gut auskennt (er hat jahrelang mit schwerbehinderten Kindern gearbeitet und ist nebenbei auch noch Neuropädiater – eine Zusatzqualifikation, die uns beim Löwenjungen schon sehr geholfen hat), sondern der wirklich das Kind als solches in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit stellt – und nicht die medizinischen Symptome, die er gerade vor sich hat (dieses Phänoment musste ich leider bisher bei einigen fachlich sehr kompetenten Ärzten feststellen).

Was macht nun unseren Kinderarzt und sein Team so besonders? Viele kleine Dinge sind es, zum Beispiel:

  • er nimmt sich immer die nötige Zeit, ALLE anwesenden Personen zu begrüßen und mit dem Kind in Kontakt zu treten
  • er kommuniziert offen und werschätzend mit seinen Patienten und den Angehörigen
  • er sieht, was eine Familie leistet, insbesondere, wenn ein „besonderes“ Kind in dieser Familie lebt, und erkennt diese Leistung auch an (und ja, es tut zwischendrin einfach gut, wenn jemand ohne großes Trara sagt: „Ich weiß, was Sie leisten – und ich sehe, dass Sie es gut machen!“)
  • er sieht sowohl die medizinischen und therapeutischen Bedürfnisse seines Patienten als auch die Bedürfnisse der Familie – und berät auch dahingehend.
  • er informiert sich, nimmt Kontakt mit anderen Ärzten/Therapeuten auf, organisiert Termine
  • er nimmt sich Zeit für Notfälle – medizinische (unsere kürzeste Wartezeit waren 30 Sekunden) und andere (unser längstes Gespräch dauerte über eine Stunde)
  • er unterstützt mich bei sämtlichen Therapievorhaben, solange er sie für sinnvoll hält oder aber ich ihm glaubhaft erklären kann, warum ICH diese für sinnvoll halte. 🙂
  • er nennt die Dinge beim Namen
  • er richtet den Ablauf auf die Bedürfnisse der Kinder aus, konkret heißt das: Es ist immer Zeit für eine Kuscheleinheit bei Mama oder Papa, alle anstehenden Untersuchungen werden dem Kind gezeigt, bei Kleinkindern kommt oft eine Mitarbeiterin hinzu, die Seifenblasen macht, während das Kind geimpft wird. Größere Kinder dürfen wählen zwischen Seifenblasen oder Zuschauen und laut mitzählen. Wenn einem Baby oder Kleinkind Blut abgenommen werden muss, dann liegen bei Bedarf große, flauschige Handtücher bereit, in die das Kind gewickelt werden kann, damit es das Festhalten nicht als solches empfindet und sich so geborgen wie möglich fühlen kann.
  • er beschränkt sich auf das Nötigste: Es kam schon oft vor, dass wir ohne Rezept wieder nach Hause fuhren und dafür am nächsten Tag noch einmal kommen sollten. Da auch ich nur ungern stärkere Medikamente gebe, bin ich mit dieser Vorgehensweise mehr als zufrieden.

Natürlich steht hinter unserem Kinderarzt auch ein Team von Arzthelferinnen, die auf die gleiche Weise arbeiten. Mit unglaublicher Geduld und Freundlichkeit beantworten sie meine Fragen, quetschen Termine in den ohnehin schon vollen Kalender, ändern zum xten Mal ein Rezept ab oder bespaßen zum Beispiel das Löwenmädchen, damit ich den Löwenjungen ungestört bei der Blutabnahme begleiten kann.

Als ich unseren Kinderarzt einmal darauf ansprach, dass er ja doch recht viel Zeit darauf verwende, eine gute Beziehung zu seinen Patienten aufzubauen, erklärte er mir, dass ihn diesbezüglich seine Arbeit mit schwer(st)behinderten Kindern sehr geprägt habe – denn dort sei es unmöglich, einmal zerstörtes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Ich persönlich warte gerne etwas länger, wenn ich dafür weiß (und im Wartezimmer sehe), dass die Kinder sich hier wohlfühlen und keine Angst, sondern Vertrauen haben. Leider kenne ich auch genug Kinder (die meisten von ihnen gehen zu unserem früheren Kinderarzt), die schon im Alter von 2 Jahren Angst vor Spritzen, Arztbesuchen etc. haben.

Unsere erste Begegnung ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Der Löwenjunge war 7 Wochen alt, die Diagnose Downsyndrom noch ganz frisch. Wir hatten einen Termin zum Kennenlernen und zum Impfen vereinbart. Als unser Kinderarzt zur Tür hereinkam und erst uns begrüßte und sich dann dem Löwenjungen zuwandte, gab es einen fast magischen Moment zwischen den beiden: Der Kinderarzt nahm ihn auf den Arm, sie schauten sich in die Augen und der Löwenjunge, der bei unserem vorigen Kinderarzt bei jeder Begegnung geschrien hatte, war ganz ruhig und entspannt. Unser Kinderarzt legte mir mein Baby auf den Arm mit den Worten: „Sie haben ein ganz besonderes Kind, das Sie sehr glücklich machen wird!“

Natürlich hat er mit dieser Prognose recht behalten 🙂

Der Löwenjunge ist übrigens auch heute noch die Ruhe selbst bei Ärzten und in Krankenhäusern. Er lässt sich ohne mit der Wimper zu zucken einen Zugang legen oder Blut abnehmen. Das Einzige, was ihn richtig ärgert, ist die Tatsache, dass er trotz seiner zahlreichen Arzt- und Krankenhausbesuche immer noch keinen Gipsarm hatte wie seine Schwester!

Und auch ich habe von unserem Kinderarzt bei dieser ersten Begegnung eine Aufgabe bekommen: nämlich die Aufgabe, mich zu informieren über die Trisomie 21 und zur Spezialistin für meinen Sohn und seine Besonderheiten zu werden, um mit allen Ärzten auf Augenhöhe diskutieren zu können. Auch diesen Ratschlag habe ich beherzigt und denke immer wieder daran.

Wie ist Euer Verhältnis zu Eurem Kinderarzt?

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