Warum Inklusion die beste Förderung ist – und die Sonderschule endlich der Vergangenheit angehören sollte: Mein Beitrag zum scoyo Blog Award

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Inklusion

Hallo Ihr Lieben,

wie Ihr wisst, ist das Thema Inklusion im letzten Jahr zu einem sehr wichtigen Bereich hier auf dem Blog geworden – zum einen aus persönlichen Gründen, weil ich mir für den Löwenjungen ein inklusives Umfeld wünsche, zum anderen aus gesellschaftspolitischer Überzeugung – denn im Grunde wünsche ich mir für JEDES Kind, ob mit oder ohne Besonderheit, ein solches inklusives Umfeld. Warum meiner Meinung nach Inklusion für alle wichtig ist, habe ich ja hier schon einmal aufgeschrieben.

Deshalb war ich natürlich sehr begeistert, als ich das diesjährige Thema des scoyo ELTERN Blog Awards gesehen habe: „Nachhilfe und Förderung. Was hilft unseren Kindern wirklich?“ Klar, dass sich mein Beitrag zu diesem Thema auch wieder um Inklusion dreht – denn für mich ist ein inklusives Lern- und Bildungsumfeld definitiv die beste Förderung! Aber lest selbst meinen Beitrag zum diesjährigen scoyo ELTERN Blog Award!

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Reich beschenkt ….

…. wurde ich gestern von meinem großen Löwenjungen, Ihr Lieben! Während seiner wöchentlichen Ergotherapie hat er gemeinsam mit seiner Therapeutin wieder einmal mit dem Rechenprogramm „Yes we can!“ gearbeitet, das extra für Menschen mit Downsyndrom entwickelt wurde. Das Blatt mit den Ergebnissen hat er mir dann beim Abholen stolz überreicht.

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Einmal wieder Kind sein

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Lieber Leser*innen,

wann wurde Euch (also wirklich Euch, nicht Euren Kindern) zum letzten Mal ein Buch vorgelesen?

Wann habt Ihr das letzte Mal etwas gefrühstückt, das jemand extra für Euch zubereitet hatte?

Wann habt Ihr zum letzten Mal ein Bild gemalt? Oder in einer Holzwerkstatt gearbeitet?

Wann habt Ihr zuletzt naturwissenschaftliche Experimente gemacht?

Und wann habt Ihr eine neue Sportart oder ein Gesellschaftsspiel getestet oder ein Handtheater gesehen? Weiterlesen

Warum Inklusion für alle wichtig ist

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Liebe Leser*innen,

neulich war ich mit einer sehr lieben Freundin brunchen und neben vielen anderen Themen ging es irgendwann auch darum, ob und wie gut unsere Kinder in Kindergärten und anderen Einrichtungen betreut werden – und welche Vorteile ich in unserem Kindergarten und einem „inklusiven Blick“ auf das Kind sehe – für den Löwenjungen mit dem Extrachromosom, aber auch für das Löwenmädchen. Weiterlesen

Lieber AfD-Wähler…..

Lieber AfD-Wähler,

wir kennen uns nicht – zumindest nicht persönlich, auch wenn die Meinungs- und Wahlforscher ein recht präzises Bild von Dir zeichnen.

Ich denke, dass auch Deine Informationskanäle ein präzises Bild von mir zeichnen: Mutter eines behinderten Kindes, alleinerziehend, „Gutmensch“, der hauptberuflich mit Flüchtlingen arbeitet usw.

Ich sage es ganz ehrlich: Du – beziehungsweise die Tatsache, dass es so viele von Dir gibt – machst mir Angst. Und ich denke, dass ich, meine Lebensweise und mein Umfeld Dir auch Angst machen.

Deshalb möchte ich Dich gerne einladen, mich und meine Welt besser kennenzulernen. Weiterlesen

Alltag im Kindergarten

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Bei Leen von Aufbruch zum Umdenken habe ich vor ein paar Tagen diese sehr gute Beschreibung eines idealen Tages im Kindergarten entdeckt – und mich sehr gefreut, dass ich unseren Kindergarten an den meisten Stellen in der Beschreibung entdecken konnte.

Da unsere Bedürfnisse ja durch die Behinderung des Löwenjungen noch einmal etwas spezieller sind, möchte ich Euch heute einmal einen ganz normalen Tag im Kindergarten beschreiben – so, wie ich es als Außenstehende mitbekomme.

Das Ankommen

Die Erzieherin begrüßt beide Kinder auf Augenhöhe, spricht beide kurz an, wie es ihnen geht und was sie tun möchten (der Löwenjunge hat meistens schon eine ganze genaue Idee und sucht sich ein Spiel oder eine kreative Aktivität aus, während es für das Löwenmädchen ganz wichtig ist, mir noch einmal vom Flurfenster aus zu winken, unsere spezielle Indianerverabschiedung zu rufen und somit einen Mama-Moment ganz für sich zu haben). Durch das Fenster sehe ich, wie das Löwenmädchen anschließend fröhlich in das Gruppenzimmer läuft und hüpft.

Der Vormittag

Um 9, wenn alle Kinder da sind, findet der Morgenkreis statt. Bis dahin spielen die Kinder frei in ihrem Gruppenraum oder frühstücken im Bistro (siehe unten). Am Ende des Morgenkreises wählt jedes Kind aus dem aktuellen Angebot (z.B. Kreativwerkstatt, Rollenspielbereich, Turnraum, Hof, Entdeckerraum, Holzwerkstatt etc.) aus, womit es sich beschäftigen möchte. Damit die Erzieher den Überblick behalten, welches Kind gerade wo ist, verfügt jedes Kind über eine Fotokarte, die es am Eingang zum jeweiligen Bereich befestigt. Möchte ein Kind die Aktivität wechseln, sagt es dem Erzieher Bescheid, nimmt seine Karte und geht in einen anderen Spielbereich.

Dieses Konzept besteht so seit Januar in unserem Kindergarten. Ich war anfangs sehr besorgt, ob und wie der Löwenjunge, der eigentlich feste Abläufe und gerade auch für Aktivitätswechsel viel Zuspruch und Begleitung braucht, mit diesem teiloffenen Konzept klarkommen würde. Dadurch, dass ihm hier aber viel mehr zugetraut wird, hat er in den letzten Monaten sehr an Selbstvertrauen gewonnen und bewegt sich nun viel freier und selbständiger im ganzen Kindergarten. Das Prinzip hat er sehr schnell verstanden und lief schon am 2. Tag stolz mit seiner Karte durch den Kindergarten.

Ab 8 Uhr können die Kinder selbständig im „Bistro“ frühstücken. Mindestens ein Erzieher hält sich dort auf und frühstückt mit den Kindern, unterstützt da, wo es nötig ist und ist für sie da. Das Frühstück wird leider nicht vom Kindergarten gestellt, sondern jedes Kind hat seine eigene Brotdose dabei. Manchmal komme ich während der Frühstückszeit, um eines der Kinder abzuholen (zum Beispiel mit gebrochenem Unterarm….). Das Löwenmädchen sitzt meist fröhlich mit ihren Freundinnen da und quatscht (oft so viel, dass sie keine Zeit zum Frühstücken hat), während der Löwenjunge sich ganz auf sein Essen konzentriert und oft so lange frühstückt, dass die anderen Kinder schon wieder spielen gegangen sind. Zweimal habe ich ihn nun auch alleine dort sitzen sehen und die Erzieher gebeten, da ein Auge drauf zu haben.

Im Eingangsbereich sehen Kinder und Eltern anhand von großen Bildkarten, welche Erzieher an diesem Tag in welchem Bereich sein werden.

Mittagessen und Abschluss

Am Ende des Vormittags findet in der Stammgruppe noch einmal ein Abschlusskreis statt, anschließend werden die Regelkinder abgeholt, die anderen gehen zum Essen. Die Löwenkinder bleiben jeden Tag bis 14 Uhr im Kindergarten. Zwischen dem Mittagessen und der Abholzeit spielen die Kinder frei, lesen oder malen. Anschließend wird oft eine Geschichte erzählt und jedes Kind einzeln verabschiedet.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Kindergarten organisiert regelmäßig Ausflüge, Spaziergänge, Waldwochen, Besuche im Altenheim und auf dem Wochenmarkt etc. Auch werden immer wieder Aktivitäten mit den Eltern angeboten – zum Beispiel der Gottesdienst letzte Woche.

Es finden regelmäßige Gespräche statt, geplante genauso wie spontane Gespräche beim Abholen, die Kommunikation zwischen den Erziehern untereinander sowie mit den Eltern klappt – zumindest bei uns – sehr gut. Beim Löwenmädchen habe ich nicht so viel Gesprächsbedarf, da es mir von alleine schon sehr viel erzählt und ich eigentlich immer weiß, was für sie gerade wichtig ist.

Beim Löwenjungen sieht das anders aus: Zum einen spricht er kaum, zum anderen ist es für ihn noch sehr schwer, Vergangenes wiederzugeben. Auf offene Fragen kann er nur sehr schwer antworten. Deshalb habe ich, in Absprache mit dem Kindergarten, für ihn ein „Ich-Buch“ gestaltet, mit vielen Fotos, mit denen er sowohl im Kindergarten als auch zuhause erzählen kann, was er z.B. am Vortag erlebt hat. In dem Buch befindet sich auch ein Notizheft, in dem seine Bezugserzieherin, die Heilpädagogin und ich uns austauschen.

Echte Inklusion im Kindergarten

Viele Kinder mit Downsyndrom haben bereits im Kindergarten einen Integrationshelfer, der sie dabei unterstützt, den Alltag zu bewältigen. Auch der Löwenjunge hat darauf Anspruch – unser integrativer Kindergarten hat aber das Konzept, dass diese „Integrationsarbeit“ von den Erziehern und Heilpädagogen mitgetragen und jedes Kind so unterstützt wird, wie es das nötig hat – egal ob mit oder ohne Behinderung. Das hat den schönen Effekt, dass die meisten Kinder und Eltern gar nicht wissen, welche Kinder denn nun die sogenannten „Integrativkinder“ sind – und das auch dort im Alltag keine Rolle spielt. Und ich weiß, dass der Löwenjunge auch ohne Integrationshelfer genauso am Geschehen teilnehmen kann wie alle anderen Kinder.

Der Kindergarten unterstützt mich auch bei den verschiedenen Formalitäten, die für das Löwenkind zu erledigen sind (zum Beispiel übernehmen sie komplett die Antragstellung für die Integrationsstunden, so dass ich nur einmal jährlich zu einem Hilfeplangespräch mit einer Mitarbeiterin des Landratsamts muss), unterstützen uns auf unserem Weg zur Inklusion und wissen durch unsere regelmäßigen Gespräche auch, welche Förderschwerpunkte der Löwenjunge gerade hat und was in den unterschiedlichen Therapien gemacht wird.

Was fehlt?

Was mir an unserem Kindergarten wirklich fehlt, ist eine regelmäßige Information darüber, wie die Kinder den Tag verbracht haben. Denn 1. bin ich natürlich neugierig und 2. hätte ich dann, gerade beim Löwenjungen, einen konkreten Gesprächsanlass, an den ich anknüpfen könnte, und könnte auch ggfs. unsere Aktivitäten danach gestalten. Zur Abholueit möchten die Kinder dann meine volle Aufmerksamkeit, so dass ich auch keine Gelegenheit habe, die Erzieher zu fragen.

Was mag ich besonders?

Den Enthousiasmus und die Empathie der allermeitsten Erzieher.

Dass sie jedes Kind so annehmen, wie es ist (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) und diese Werte auch den anderen Kindern vermitteln.

Dass meine Kinder jeden Morgen fröhlich dorthin gehen – und genauso fröhlich wieder zurückkommen.

 

Willkommen…

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… bei uns Kleinstadtlöwen!

Hier schreibe ich, die Löwenmama, über unser Familienleben und unseren Alltag. Zu den Kleinstadtlöwen gehören neben dem Löwenpapa der Löwenjunge, der jetzt schon 5,5 Jahre alt ist,  und das Löwenmädchen, das bald 4 wird und sehnsüchtig auf seinen Geburtstag wartet.

Ich habe lange überlegt, ob ich noch die Zeit habe, einen Blog zu schreiben – schließlich könnte für mich jeder Tag locker 36 Stunden haben, ohne dass Langeweile aufkäme.

Aber aus zwei Gründen habe ich mich dann doch dafür entschieden:

Der Löwenjunge hat das Down-Syndrom, also ein Chromosom mehr als alle anderen. Als wir damals von diesem „Extra“ erfahren haben, ist für mich eine Welt zusammengebrochen – vielleicht werde ich an anderer Stelle noch einmal ausführlicher darüber schreiben. Geholfen haben mir in dieser Zeit die vielen Blogs von Eltern, die auch ein Kind mit Down-Syndrom haben. Dort konnte ich nachlesen, wie normal doch ihr Alltag ist.

In den letzten 2 Jahren habe ich für uns als Familie den Weg des bedürfnisorientierten Aufwachsens entdeckt. Auch hier dienten mir wieder die vielen Blogs als Wegweiser – nur einen Aspekt vermisse ich dabei bis heute: das bedürfnisorientierte Aufwachsen von Kindern mit Behinderung. Diese Lücke würde ich gerne hier im Blog schließen – und zeigen, wie unser bedürfnisorientierter Weg und Alltag aussehen!

Ihr dürft Euch also hier auf eine bunte Mischung freuen, die Euch Einblicke gibt in unser Leben!