Einmal wieder Kind sein

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Lieber Leser*innen,

wann wurde Euch (also wirklich Euch, nicht Euren Kindern) zum letzten Mal ein Buch vorgelesen?

Wann habt Ihr das letzte Mal etwas gefrühstückt, das jemand extra für Euch zubereitet hatte?

Wann habt Ihr zum letzten Mal ein Bild gemalt? Oder in einer Holzwerkstatt gearbeitet?

Wann habt Ihr zuletzt naturwissenschaftliche Experimente gemacht?

Und wann habt Ihr eine neue Sportart oder ein Gesellschaftsspiel getestet oder ein Handtheater gesehen? Weiterlesen

Warum Inklusion für alle wichtig ist

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Liebe Leser*innen,

neulich war ich mit einer sehr lieben Freundin brunchen und neben vielen anderen Themen ging es irgendwann auch darum, ob und wie gut unsere Kinder in Kindergärten und anderen Einrichtungen betreut werden – und welche Vorteile ich in unserem Kindergarten und einem „inklusiven Blick“ auf das Kind sehe – für den Löwenjungen mit dem Extrachromosom, aber auch für das Löwenmädchen. Weiterlesen

„Was ist jetzt eigentlich mit der Schule?“ – oder: Die Krux mit den Behörden

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Liebe Leser*innen,

endlich, endlich schreibe ich das versprochene Update zu unserer Schulsuche. Der eine oder andere erinnert sich: Die Grundschule bei uns im Ort steht seit diesem Schuljahr für Inklusion nicht zur Verfügung, die Sonderschule entspricht nicht den Bedürfnissen des Löwenjungen, die Außenklasse war zu aussondernd, die Montessorischule zwar für mich toll, für den Löwenjungen aber nicht – und der letzte Stand war die kleine, engagierte Dorfgrundschule 15km von uns entfernt, die sofort ganz unkompliziert angeboten hatte, der Löwenjunge könne jede Woche an der Einschulungsvorbereitung der dortigen Kindergartenkinder teilnehmen, die im Schulgebäude stattfindet.

Da dies während meiner Arbeitszeit liegt, hatte ich mir also:

  • für die zwei folgenden Wochen an diesem Tag freigenommen
  • die Heilpädagogin aus dem Kindergarten gebeten, ihn in der dritten Woche zu begleiten (für diesen Tag hatte sie sich freigenommen)
  • für die Zeit nach den Osterferien eine Begleiterin gesucht, die ihn aus dem Kindergarten abholen, an die Grundschule fahren, dort mit ihm die Schnupperstunde besuchen und ihn anschließend wieder in den Kindergarten fahren würde. Bezahlt hätte ich dies von der Verhinderungspflege. Diese Begleiterin hat sich also auch die entsprechenden Wochentage freigehalten.

Alle beteiligten Personen blickten mit Spannung auf die ersten Schnupperstunden und waren voller Vorfreude.

Aber (NATÜRLICH kommt an dieser Stelle ein „Aber“) drei Tage vor dem ersten Schnuppertermin erreichte mich eine E-Mail der Schulleiterin: Das Schulamt prüfe derzeit noch andere Alternativen und es sei nicht sicher, ob an ihrer Schule wirklich ein Inklusionsstandort entstehen würde. Wir beschlossen daher gemeinsam, eine endgütlige Aussage des Schulamts abzuwarten, ehe wir den Löwenjungen an eine Schule gewöhnen, die er vielleicht gar nicht besuchen werden darf.

Für uns Kleinstadtlöwen heißt es seitdem (also seit Anfang März) wieder warten, warten, warten. Ich erspare Euch nun die Details meiner Anrufe und Gespräche mit diversen Personen (anderen Eltern, Lehrkräften, Mitarbeitern im Schulamt), Fakt ist: Wir wissen nichts genaues. Außer: Es gibt dieses Jahr so viele Anfragen für inklusive Beschulung, dass – sollten alle diese Familien sich wirklich für die Inklusion entscheiden – die kleine Dorfgrundschule zu klein wäre. Wir hoffen nach wie vor auf eben diese Schule und fürchten nach wie vor eine mehrzügige große Grundschule, die evtl. auch noch weiter weg gelegen ist. Außerdem hoffe ich – auch nach wie vor – dass wir in den nächsten 2-3 Wochen genauere Informationen und vielleicht noch vor den Pfingstferien eine definitive Antwort haben werden.

Leider schreibt das Schulgesetz den Schulämtern keinerlei Fristen vor, bis wann ein inklusives Bildungsangebot gemacht werden muss. Mir bleibt also nur: Abwarten, mich in Gelassenheit üben und weiter hoffen! Wer mich kennt, weiß, dass ich eher eine Macherin bin (böse Zungen könnten mich auch als Kontrollfreak bezeichnen) und dass mein Sohn mich zwar schon viel Geduld gelehrt hat – aber anscheinend noch nicht genug!

Ihr seht also, bei uns bleibt es wie immer spannend! Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden, versprochen!

Liebe Grüße,

Eure Kleinstadtlöwenmama