Türchen Nr. 8

Natürlich haben auch Kinder mit Besonderheit Lieblingsfächer und interessieren sich für das ein oder andere Fach sehr stark – heute habe ich wieder eine Geschichte vom Blog „Zwischen Inklusion und Nixklusion“ für Euch.

Das Video

Die Klasse DES JUNGEN besucht eine Lungenklinik. Alle Realschulklassen machen das einmal in ihrer Schulzeit. Als Aufklärung und Abschreckung gegen das Rauchen.
Ob der Junge wohl viel verstehen wird, fragt sich die Mutter? Die Ankündigung des Ausflugs war schon in ziemlich schwerer Sprache.
Doch als er zurückkommt, ist er ganz aufgeregt. Ein tolles Video hätten sie gesehen, sagt er. Das gebe es auch im Internet, er wolle es unbedingt noch einmal sehen.
„Ein Video – worüber denn?“, fragt die Mutter.
„Da war so ein langes Ding, und dann ein Bild, und alles konnte man ganz genau sehen“, erzählt der Junge, „wie eine Fahrt durch einen Tunnel!“
Die Mutter überlegt. Dann googelt sie gemeinsam mit dem Jungen. Lungenklinik – Untersuchungen – Filme…
„Da ist es!“, ruft der Junge. Es ist der Film über eine Bronchoskopie, eine Lungenspiegelung.
Der Junge ist begeistert! Dreimal sieht er den kurzen Film.
Am nächsten Tag trifft die Mutter eines der Mädchen aus der Klasse des Jungen.
„Und wie fandst Du es in der Klinik?“, fragt sie.
„Total langweilig“, stöhnt das Mädchen.
„Aber der Film war doch ganz spannend, oder?“
„Von dem hab ich kaum was mitbekommen“, sagt das Mädchen, „ich hatte ja zum Glück mein Handy dabei!“

Eigentlich wollte ich ja nur positive Berichte in diesen Adventskalender schreiben – kann mich aber bei gerade diesem Thema nicht zurückhalten und möchte Euch auch diese Geschichte zeigen – das passiert, wenn die Interessen der Kinder nämlich nicht berücksichtigt werden:

Universität

Naturwissenschaften mag DER JUNGE ganz besonders.
Vor allem Biologie und Physik, jetzt in der Abschlussklasse. Er macht alles begeistert mit, was er kann.
Deshalb freut er sich auch ganz besonders, als die Lehrerin eine Exkursion ankündigt: Zur Universität, in ein technisches Labor. An dieser Universität studiert auch der Bruder des Jungen.
Aufgeregt erzählt er zu Hause davon. „Vielleicht treff ich Dich da ja sogar!“, sagt er zu seinem Bruder. Aufgeregt macht er sich am Tag der Exkursion auf zur Schule.
Dort nimmt die Lehrerin ihn und seinen Schulbegleiter zur Seite und sagt: „Ihr beide bleibt heute hier und arbeitet am Wochenplan!“ Und zum Jungen gewandt: „Das an der Universität ist nix für Dich! Das verstehst Du eh nicht!“
Als der Junge mittags nach Hause kommt, fragt ihn die Mutter neugierig: „Und, Schatz, wie war’s?“
Der Junge schaut sie nur traurig an. Kein Wort sagt er.
Dann läuft er in sein Zimmer und schlägt die Tür hinter sich zu.

Ab morgen wird es dann wieder ermutigend, versprochen!

3 Gedanken zu „Türchen Nr. 8

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