6 Wochen Schule: Eine erste Bilanz

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Liebe Leser*innen,

während es hier auf dem Blog zur Zeit wieder mal sehr ruhig ist, sind wir im echten Leben alle gut beschäftigt. Die ersten 6 Wochen Schule liegen nun hinter uns und ich möchte heute meine bisherigen Eindrücke mit Euch teilen.

Ich habe das Gefühl, dass der Löwenjunge richtig gut in seiner neuen Schule angekommen ist. Nach wie vor geht er sehr gerne dorthin und ist jeden Morgen hochmotiviert – dass beispielsweise am Mittwoch, den 3. Oktober, keine Schule war, fand er gar nicht gut.

Er arbeitet im Unterricht gut mit und spricht sogar vor bzw. mit der Klasse – was für mich persönlich mit der größte Erfolg bisher ist, da der Löwenjunge eigentlich sehr schüchtern und zurückhaltend ist und früher große Probleme hatte, in größeren Gruppen zu sprechen. Ich bin sehr dankbar, dass seine Logopädin in den Monaten vor der Einschulung gezielt an solchen Situationen mit ihm gearbeitet hat.

Zur Zeit bearbeitet er noch den gleichen Stoff wie die anderen Schüler – hier kommt ihm definitiv die Vorarbeit zugute, die wir in den Therapien und zuhause durch das „Frühe Lesen“ und das Rechenprogramm „Yes we can“ geleistet hatten (wenn Euch ein ausführlicherer Beitrag dazu interessiert, gebt mir bitte Bescheid). Er hat genau wie die anderen Schüler die komplette Anlauttabelle kennengelernt, übt sich in Lesen und Schreiben und hat die Zahlen 0 bis 9 erlernt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies an einer Sonderschule (die hier korrekt Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum für geistige Entwicklung heißt) aus verschiedenen Gründen in dieser kurzen Zeit so nicht möglich gewesen wäre.

Aber – und das ist mir besonders wichtig – das zielgleiche Unterrichten ist hier zwar zur Zeit eine Tatsache, die mich – zugegeben – recht stolz macht, aber keine Voraussetzung (und auch kein Garant) für eine gelungene Inklusion. Ein Kind muss keine bestimmten Voraussetzungen mitbringen, um inklusiv beschult werden zu können – denn jedes Kind hat ein Recht darauf.

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Genau wie alle anderen Kinder macht er seit dem ersten Schultag jeden Tag Hausaufgaben – und genau wie alle anderen Kinder sind darunter Aufgaben, die er sehr gerne erledigt und solche, die er langweilig findet oder die ihm schwerfallen.

In die Klassengemeinschaft scheint er sich gut eingefunden zu haben, er erzählt öfter von seinen Mitschülern, nennt mir einige Freunde (und auch einige, die seiner Aussage nach nicht seine Freunde sind) und hat auch schon das erste Freundebuch mit nach Hause gebracht. Es ist zwar nach wie vor so, dass er von sich aus nicht aktiv auf andere Kinder zugeht, aber es findet doch immer wieder gemeinsames Spiel etc. statt.

Beim Bringen oder Abholen erlebe ich immer wieder schöne Momente, die mir zeigen, dass mein Sohn sich an dieser Schule wohlfühlt und von seinen Mitschüler*innen akzeptiert wird. Es ist wunderbar für mich zu sehen, wie er sich selbständig im Schulgebäude und auf dem Gelände bewegt, von Mitschüler*innen gegrüßt wird und (manchmal) zurückgrüßt und sichtlich angekommen ist.

Ihr seht also: eine rundum positive Zwischenbilanz – der steinige Weg hat sich mehr als gelohnt.

Wer mehr über unseren Weg (und über das Thema Downsyndrom) erfahren möchte – und wer wissen möchte, woran ich zur Zeit jedes Wochenende arbeite-, der kann sich übrigens immer noch für den zweiten Downsyndromkongress* anmelden: Die Organisatorin Mareike Fuisz hat mich gestern zu genau diesen Themen interviewt. Vom 8. bis zum 11. November werden alle Interviews ausgestrahlt.

Viele Grüße

Eure Kleinstadtlöwenmama

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