Inklusion ja – aber wie? Der Index für Inklusion (Rezension)

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Inklusion

Liebe Leser*innen,

letztes Jahr hatte ich das große Glück, bei einem Workshop von Ines Boban und Andreas Hinz dabei sein zu dürfen. Die beiden haben den Begriff der Inklusion in Deutschland maßgeblich geprägt und sind durch ihre Arbeit mit dem Index für Inklusion* sowie – insbesondere Ines Boban – durch ihre Organisation von Zukunftsfesten bestens bekannt.

Dieser Workshop mit dem Titel „Anknüpfungspunkte Inklusion“ war für mich wirklich ein augenöffnender Moment, bei dem mir die volle Tragweite des Inklusionsbegriffes erst richtig bewusst wurde. Auch wenn ich mir schon vorher „Inklusion“ für den Löwenjungen gewünscht hatte, so ist mir erst an diesem Tag klargeworden, dass Inklusion sehr viel mehr ist als lediglich die Teilhabe von Kindern mit Behinderung am Unterricht. Inklusion betrifft jeden von uns und heißt, dass jeder so, wie er ist, seinen Platz in unserer Gesellschaft findet, unabhängig von seinem familiären Hintergrun und seinen Besonderheiten. Es ist eine generelle Haltung dem Menschen gegenüber. Der Grundstein dafür wird in der Schule gelegt – und dass Deutschlands Schulen auch heute noch an vielen Stellen recht verschlossen wird, wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen (Beispiele: Die Chancen für ein „Nichakademikerkind“, ein Studium zu absolvieren, sind erheblich geringer als in anderen Ländern. In Baden-Württemberg wird bisher kein einziges Kind mit geistiger Behinderung an einem Gymnasium inklusiv beschult. Kinder mit Migrationshintergrund verlassen die Schule wesentlich häufiger ohne Abschluss).

Die Schule als Abbild der demokratischen Gesellschaft ist für alle da – und sollte die Wünsche und Bedürfnisse eines jeden berücksichtigen. Dies geht aber nur, wenn die Schule sich öffnet und sich in Richtung Inklusion und Demokratie weiterentwickelt. Wie dies gehen soll, wird sehr anschaulich im Index für Inklusion* erklärt, den der Beltz Verlag mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Das Buch erläutert zuerst den Ansatz des Indexes: Er unterteilt den Prozess zunächst in drei Dimensionen ( A: Inklusive Kulturen schaffen, B: Inklusive Strukturen etablieren, C: Inklusive Praktiken entwickeln). Für jede dieser Dimensionen gibt es zunächst zwei Unterpunkte, die wiederum durch verschiedene Indikatoren definiert werden. So ist zum Beispiel „Eine Schule für alle entwickeln“ der erste Unterpunkt von der Dimension B. Einer der Indikatorn in diesem Bereich heißt: „Die Schule organisiert Lerngruppen so, dass die Vielfalt abgebildet und das Lernen aller unterstützt wird.“ Nun gibt das Buch mit diesen Indikatoren viele konkrete Denkanstöße – aber wer nun einen vorgefertigten Aktionsplan erwartet, wird enttäuscht sein. Für jeden Indikator steht eine Liste mit Fragen bereit, der alle am Schulgeschehen beteiligten Personen zum Nachdenken, zum Austausch und zum gemeinsamen Handeln bringen soll. So soll jede Schule ihren eigenen Weg zur Inklusion finden und dabei durch den Index Hilfestellung und Anregungen finden.

Die Autoren schreiben hierzu:

Inklusion ist ein Prozess, der nie endet. (…) Es geht darum, Entwicklungen so zu gestalten, dass sie das Lernen und die Teilhabe aller unterstützen: der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien, des Schulpersonals und der Mitgelider der Schulgremien sowie der Menschen aus dem Umfeld der Schule. (…) Ein gemeinsames Verständnis von Inklusion kann leichter entstehen, wenn man sich mit den Auswirkungen in der Praxis auseinandersetzt anstatt mit abstrakten Ideen und ohne eine Vorstellung von der praktischen Umsetzung. (…) Inklusion ist für uns ein kontinuierlicher Prozess aktiver Teilhabe mit dem Ziel, partizipative Strukturen zu schaffen und inklusive Werte in Handeln umzusetzen. (…) Inklusion will, dass Menschen sich wohlfühlen und Einrichtungen sich öffnen. Vor allem bedeutet Inklusion das Umsetzen inklusiver Werte in Handeln.

Eben diese zitierten Werte werden im ersten, theoretischen Teil des Buches genauer dargestellt und erläutert. Außerdem wird diesem „Rahmen inklusiver Werte“ auch ein Rahmen exkludierender Werte gegenübergestellt.

Schließlich gibt der Index* auch Hinweise, wie Lehrpläne und Curricula neu und inklusiv gestaltet werden könnten – auch dies ein sehr spannender Ansatz, der auch die Frage aufwirft, was wir eigentlich zu welchem Zweck lernen – und wie man den Lernstoff anders verknüpfen könnte.

Ich kann die Lektüre dieses Buches also nicht nur denen empfehlen, die sich mit Schulentwicklung beschäftigen (also Lehrer, Mitglieder in verschiedenen Schulgremien etc.), sondern auch allen anderen, die sich für Inklusion interessieren und die sich fragen, wie  genau der Wandel hin zu einer inklusiven Gesellschaft weitergebracht werden kann.

Kennt jemand von Euch den Index für Inklusion*? Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? Leider kann ich Euch nicht, wie ursprünglich geplant, Beispielseiten aus dem Buch zeigen – das Lehrerteam des Löwenjungen hat es sich nämlich letzte Woche ausgeliehen, um sich inspirieren zu lassen!

Viele Grüße

Eure Kleinstadtlöwenmama

 

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Einschulungswochenende in Bildern – 15./16. September

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Liebe Leser*innen,

es ist schon wieder Montag morgen und hinter uns liegt ein langes Feierwochenende voller schöner Erinnerungen und bewegendender Momente. Ich habe zwar sehr viele Fotos von diesem Wochenende, allerdings sind die allermeisten nicht blogtauglich, weil die Löwenkinder oder andere Gäste darauf zu sehen sind. Weiterlesen

Inklusive Beschulung: So ist der Stand zwei Tage vor der Einschulung

Inklusion

Liebe Leser*innen,

einige unter Euch werden sich vielleicht fragen, warum wir hier immer noch nicht vom Schulbeginn berichtet haben. Aus einem ganz einfachen Grund: Die Schule hat hier in Baden-Württemberg erst am 10. September wieder begonnen – und die Erstklässler werden traditionell am Samstag nach der ersten Schulwoche eingeschult. Wir müssen also noch zwei Tage warten bis zum großen Tag.

Trotzdem wollte ich Euch schon einmal einen Überblick geben, was sich seit dem Beginn der Sommerferien alles getan hat – einiges hatte ich ja auch schon in meinen Tipps zur inklusiven Beschulung gesagt.

Schulbegleitung:

Da es sich um eine Gruppenlösung handelt (= mehrere Schüler mit einer geistigen Behinderung), teilen sich die Schüler auch die Schulbegleitung – dafür wurde diese aber vollumfänglich genehmigt. Zwei Personen teilen sich die Begleitung der Kinder. Beide habe ich Anfang August kennengelernt und hätte, wenn ich gewollt hätte, ein Veto eingelegt. Gemeinsam mit dem Kindergarten habe ich organisiert, dass beide Personen über einen Zeitraum von zehn Tagen den Löwenjungen fast täglich im Kindergarten besucht und kennengelernt haben. Wir hoffen, dass er dann bei Schulbeginn schnell versteht, dass dies seine beiden Vertrauenspersonen sind und er einen leichteren Start hat. Eine Fachkraft wurde uns übrigens nicht genehmigt, sondern nur Hilfskräfte. Übrigens bezahle ich diese Besuche im Kindergarten über das Budget der zusätzlichen Betreuungsleistungen, also über die Pflegekasse.

Betreuung/Berufstätigkeit/wirkliche Inklusion:

Ich habe den Löwenjungen in der sog. „Verlässlichen Grundschule“ angemeldet. Das heißt, er wird dort von 7h30 bis 14h betreut – auch wenn zB die erste Stunde ausfällt. Er kann auch dort zu Mittag essen und hat hoffentlich Gelegenheit, Kontakte zu den anderen Kindern zu knüpfen – denn auch das ist Inklusion. Dadurch, dass der Löwenjunge nicht in seinem direkten Umfeld zur Schule gehen darf, sondern eine Schule besuchen muss, die knapp 20km entfernt ist, hat er einen Anspruch auf Beförderung zur Schule. Oft wird dann von der Kommune ein Taxi- oder Busunternehmen organisiert. Dies fährt aber nur zu den Unterrichtszeiten – d.h. der Löwenjunge könnte dann nicht mit den anderen Kindern zusammen essen oder spielen. Das hieße auch, dass ich meinen Beruf gänzlich aufgeben müsste, um pünktlich zuhause zu sein und meinem Kind ein Mittagessen zuzubereiten oder es zu betreuen. Oder ich müsste eine Tagesmutter finden, die diese Aufgaben übernimmt. Ganz abgesehen davon, finde ich mein Kind zu klein, um mit dem Taxi zu fahren, zumindest im ersten Schuljahr. Wer ihn kennt, weiß, dass er sehr zurückhaltend ist, er wird, denke ich, mit der Eingewöhnung in die Schule genug zu tun haben. Ich habe also einen Antrag auf Einzelfallentscheidung zur Unterstützung bei den Fahrtkosten gestellt. Die Antwort steht noch aus, aber ich werde Euch berichten.

Lehrer

Vom Lehrerteam habe ich bisher einen sehr guten Eindruck. Die neue Klassenlehrerin kommt frisch aus dem Refererat, die Sonderpädagogin hat schon Erfahrung mit Inklusion. Beide waren gestern beim Elternabend anwesend und die Sonderpädagogin hat sich vorgestellt mit den Worten: „Ich bin Sonderpädagogin und mit 9 Wochenstunden in der Inklusionsklasse. Die Klassenlehrerin und ich verstehen uns aber als Team und ich fühle mich für alle Kinder in der Klasse zuständig.“ Ein weiterer Elternabend nur zum Thema Inklusion soll folgen. Auch ein Einzelgespräch mit mir fand schon statt, um die Bedürfnisse des Löwenjungen besser kennenzulernen – und nächste Woche besuchen die beiden als Team eine dreitägige Inklusionsfortbildung.

Eltern

Von den anderen Eltern kam gestern zum Thema Inklusion gar keine Frage oder Rückmeldung. Allen war bekannt, dass es eine Inklusionsklasse sein wird – ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

Der Löwenjunge

Der Löwenjunge war gestern morgen recht traurig, als ihm der Abschied aus dem Kindergarten bevorstand. Trotzdem freut er sich auf die Schule und scheint auch die Schulbegleiterinnen, insbesondere eine der beiden, ins Herz geschlossen zu haben. Wir sind jetzt alle sehr gespannt auf die Einschulungsfeier am Samstag – der Bericht folgt dann im Wochenende in Bildern! 🙂

Viele Grüße

Eure aufgeregte Kleinstadtlöwenmama

 

55 Fragen an Elternblogger

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Quelle: Pixabay

Hallo Ihr Lieben,

schon vor einiger Zeit hatte Regine von Raise and Shine  55 Fragen an Elternblogger zusammengestellt – leider hatte ich es vor meiner Sommerpause nicht mehr geschafft, alle Fragen zu beantworten, so dass dieser Artikel erst jetzt, im September, online geht.Ich persönlich fand es sehr spannend, die Antworten der anderen Blogger zu lesen – vielleicht geht es Euch ja auch so.

  1. Sind Elternblogs politisch? Die Elternblogs, die ich lese, sind zum allergrößten Teil politisch bzw. haben eine sehr klare Definition, in welcher Geselllschaft sie und ihre Kinder leben möchten.
  2. Wenn ja, welcher deiner letzten Posts hatte politische Relevanz? Zum Beispiel dieser hier oder dieser zum Thema Inklusion.
  3. Muss jeder Elternblog politisch sein? Nö. Aber ich muss ja auch nicht jeden lesen 🙂
  4. Wie wichtig ist es dir persönlich, gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen? Immer wichtiger
  5. Hast du jemals eine Kooperation im Nachhinein bereut? Wer hier aufmerksam mitliest, weiß: Es hab noch nie eine Kooperation auf diesem Blog.
  6. Welches Unternehmen wäre dein Traumpartner für eine Kooperation? Aktion Mensch
  7. Liest du selbst gerne Werbung auf Blogs? Wenn sie gut gemacht ist und das Produkt mich interessiert, dann ja. Was ich nicht mag, ist, wenn ein Produkt auf allen großen Blogs parallel beworben wird.
  8. Was macht deinen Blog besonders? Die Mischung aus bedürfnisorientiertem, getrennt-erziehendem Familienleben, die Kombination aus einem gefühlsstarken und einem behinderten Kind und dazu noch mein Interesse für Inklusion!
  9. Was kannst du besonders gut? Lesen. Zuhören. Strukturieren. Schreiben. Organisieren.
  10. Wem würdest du gerne entfolgen, traust dich aber nicht? Ich habe nur wenig Zeit und lese konsequent nur die Blogs, die mich wirklich interessieren. Viele der großen Blogs lese ich gar nicht, dafür einige sehr kleine, deren Content mich aber interessiert.
  11. Würdest du im Nachhinein sagen, dass du deinen Blog naiv angegangen bist? Ohja!
  12. Rezepte, Mode und Schminktipps – darf man als emanzipierte Frau über diese Themen bloggen? Klar
  13. Und überhaupt: Vermitteln wir ein einseitiges Frauenbild, wenn wir als Mütter rund ums Muttersein bloggen? Nein, warum sollten wir? Wenn man sich die verschiedenen Elternblogs mal anschaut, sieht man, dass dort sehr viele Familien- und Lebensmodelle abgebildet sind. Viele Frauen sind zwar Mütter, haben den Schwerpunkt ihres Blogs aber auf andere Lebensaspekte gelegt. Ich finde das Frauenbild also alles andere als einseitig. Anders gefragt: Vermitteln die Väter ein einseitiges Väterbild, wenn sie rund ums Vatersein bloggen? Das würde niemand bejahen, oder?
  14. Denkst du manchmal abschätzig über Kollegen und Kolleginnen? Bei purem Clickbaiting oder arg vielen Rechtschreibfehlern kommt das schon mal vor, ja.
  15. Was denkt dein Partner über deinen Blog? Welcher Partner?
  16. Wer unterstützt dich beim Bloggen? Mein Wecker. Die Zeit, bevor die Kinder aufwachen, ist meine Schreibzeit.
  17. Welche Unterstützung würdest du dir wünschen? Einen ehrlichen und schnellen Korrektur- und Feedbackleser…. das wäre toll!
  18. Welche Themen kommen in Elternblogs zu kurz? In meiner Blogroll sind relativ wenige interkulturelle bzw. interreligiöse Blogs. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich noch nicht aktiv danach gesucht habe.
  19. Warum greifst du diese Themen nicht auf? (Oder tust du das?) Ich denke, ich habe inzwischen genug Themen auf diesem Blog – und habe schon das Gefühl, dass ich bei diesen Themen zu wenig schreibe. Außerdem lebe ich zwar ein interkulturelles Familienmodell, aber keine Partnerschaft – und interreligiös erst recht nicht – sooo viel habe ich dazu also nicht zu sagen.
  20. Hast du schon einmal jemanden getroffen, den du im Netz toll fandest und persönlich unsympathisch? Nicht wirklich.
  21. Oder umgekehrt? Auch noch nicht.
  22. Bist du manchmal neidisch auf den Erfolg anderer Blogger? Neidisch nicht – ich weiß und sehe ja, wie viel Arbeit dahinter steckt. Meine Themen sind keine Massenthemen und meine Heransgehensweise keine professionelle – mein Ziel liegt nicht auf dem großen Erfolg.
  23. Sind Blogaufrufe ein Indikator für Qualität und Kreativität von Blogs? Ein Indikator unter mehreren, würde ich sagen.
  24. Wirst du manchmal für deinen Blog belächelt? Ich glaube schon.
  25. Wenn ja: Offen oder hinter deinem Rücken? Beides.
  26. Jetzt mal ganz ehrlich: Bist du immer authentisch? Natürlich nicht! 😉
  27. Geht das überhaupt? Nein
  28. Und wollen deine Leser das? Ich denke nicht.
  29. Was muss passieren, damit du aufhörst zu bloggen? Keine Ahnung
  30. Gibt es Posts, die du im Nachhinein bereust? Bisher noch nicht
  31. Was fehlt der Eltern-Blogger-Szene? Ehrlich gesagt, kenne ich die Eltern-Blogger-Szene noch nicht gut genug, um sagen zu können, was wirklich fehlt. Etwas mehr Zusammenhalt vielleicht?
  32. Networking ist alles – bist du dabei aktiv genug? Nein, aus Zeitmangel leider nicht.
  33. Vernetzt du dich gerne mit anderen Bloggern oder tust du es, weil es einfach dazu gehört? Ich vernetze mich sehr gerne, weil ich dabei auch immer wieder auf neue spannende Themen und Sichtweisen stoße.
  34. Welche Ziele verfolgst du mit deinem Blog? Einen Einblick geben in unseren nicht ganz durchschnittlichen Alltag – und für eine inklusive Gesellschaft „werben“
  35. Wird es deinen Blog in drei Jahren noch geben? Bestimmt.
  36. Und in zehn Jahren? Ich hoffe es.
  37. Was kommt nach dem Blog? ???
  38. Glaubst du, dass Blogs langfristig eine Zukunft haben? Ja, ich denke schon.
  39. Würdest du gerne aus einer Social Media Plattform (Instagram, Facebook und Co.) aussteigen? Da ich bisher nur bei Facebook wirklich aktiv bin: Nein.
  40. Was hält dich davon ab?
  41. Realität oder Inszenierung – Was möchtest du auf Instagram sehen? Beides.
  42. Wie lange noch, bis der nächste „heiße Scheiß“ Insta und Pinterest ablösen wird? Maximal 2 Jahre
  43. Würdest du dich über eine neue Social Media Plattform freuen? Nein, ich habe ja jetzt schon keinen Überblick mehr….
  44. Oder hättest du Angst davor? Angst nicht – aber es wäre noch ein Kanal mehr, den man theoretisch „bedienen“ müsste
  45. Warum hast du mit dem Bloggen angefangen? Eigentlich wollte ich darüber schreiben, dass und wie man auch mit Kindern mit Behinderung bedürfnisorientiert leben kann. Meine Schwerpunkte sind dann aber doch ganz andere geworden.
  46. Bist du stolz auf das, was du tust? Ich bin nicht direkt stolz auf den Blog (dann eher darauf, dass ich meist wirklich um 5 Uhr aufstehe 😉 ), aber ich bin zufrieden!
  47. Machst du dir manchmal Sorgen um deine Daten und um die deiner Familie? Ja.
  48. Welcher Kollege / welche Kollegin fasziniert dich (als Blogger und als Mensch)? Katharina Weides von Sonea Sonnenschein, weil das damals einer der ersten Blogs zum Thema Down-Snydrom war, den ich gelesen und der mir sehr viel Mut gemacht hat. Die beiden Kirsten von Zwischen Inklusion und Nixklusion, weil sie eine klare Vision haben, für die sie sich einsetzen. Die beiden Macherinnen von Das gewünschteste Wunschkind …. und Susanne Mierau von Geborgen wachsen, weil diese beiden Blogs bei mir vor 3 Jahren ein Umdenken bewirkt haben.
  49. In welchem Bereich würdest du dich gerne weiterbilden? Inklusion – und Technik bzw. Informatik….
  50. Was würdest du gerne an deinem Blog verändern? Ich würde ihn gerne professioneller gestalten und eigentlich würde ich auch gerne das Theme (Nachtrag für die Nichtblogger: Theme ist quasi das Layout oder der Baukasten, mit dem ich den Blog aufgebaut habe) wechseln.
  51. Hast du Texte im Entwurfsordner, für deren Veröffentlichung dir der Mut fehlt? Es gibt immer mal wieder Texte, die mir dann doch zu privat sind.
  52. Liest du Blogs aus persönlichem Interesse oder aus strategischen Gründen? Beides. Aber meistens doch aus persönlichem Interesse.
  53. Welchen Elternblog hast du selbst als erstes gelesen? Siehe oben: Sonea Sonnenschein
  54. Liest du diesen Blog auch heute noch? Ja.
  55. Oder gibt es ihn vielleicht gar nicht mehr? Doch, aber die meisten anderen Blogs, die ich vor über 6 Jahren zum Thema Down-Syndrom gelesen habe, gibt es nicht mehr.

So, das war also mein – extrem verspäteter – Beitrag zu den diesjährigen Bloggerfragen.

Wochenende in Bildern am 8. und 9. September

Liebe Leser*innen,

schon wieder ist es Zeit für unser Wochenende in Bildern (wie immer nach der Idee von Susanne von geborgen wachsen)!

Wir beginnen den Samstag ganz wunderbar mit einem entspannten und sonnigen Kindergeburtstag am Baggersee.

Den Rest des Tages verbringen die Kinder bei ihrem Vater, während ich mich den Einschulungs- und Löwenmädchengeburtstagsvorbereitungen widme (meine kinderfreie Zeit hat halt sehr, sehr oft mit den Kindern zu tun – während der Löwenpapa hingegen richtige Freizeit hat – darüber werde ich demnächst aber noch einmal gesondert schreiben).

Am Sonntag hole die Kinder bei ihrem Vater ab und dann bereiten wir gemeinsam den Geburtstag sowie den Abschied des Löwenjungen aus dem Kindergarten vor.

Nachmittags machen wir noch einen ausgedehnten Spätsommerspaziergang und grillen gemeinsam.

Leider können die Löwenkinder natürlich vor Aufregung nicht schlafen – das obige Bild zeigt die noch ruhige Phase, in der sie sich gegenseitig vorgelesen haben, während ich unten versuchte, Ordnung in das Chaos zu bringen.

Und jetzt ist schon der große Tag da – das Löwenmädchen ist 5 Jahre alt! Bilder folgen bestimmt in den Freitagslieblingen!

Beginnt die Woche genauso feierlich wie wir,

viele Grüße

Eure Kleinstadtlöwenmama

 

Mit anderen Augen: 6 Freitagslieblinge am 7.9.2018

Liebe Leser*innen,

die erste Woche im September ist schon wieder um und somit möchte ich auch gerne die Tradition der Freitagslieblinge wieder aufleben lassen. Diesen positiven Wochenrückblick habe ich wirklich liebgewonnen, vor allem nach Wochen wie dieser, in denen es mir auf den ersten Blick schwer fällt, 6 schöne Momente auszumachen. Aber gerade dann ist es ja wichtig und unheimlich bestärkend, die vergangenen Tage „mit anderen Augen“ zu betrachten und den Blickwinkel etwas zu verändern. Nur die Bilder zu den Lieblingen, die sind diese Woche wirklich zu kurz gekommen – bitte entschuldigt!

Mein Lieblingsmoment mit den Kindern ist daher schon der erste ungewöhnliche Moment. Am Montag war der Kindergarten geschlossen, so dass ich mir freigenommen hatte, um den Tag mit den Löwenkindern zu verbringen. Wir hatten auch wirklich viele wunderbare Momente, aber am frühen Abend war irgendwann die Luft raus – und es flogen die Fetzen, und zwar, wie häufig, zwischen dem Löwenmädchen und mir (der Löwenjunge streitet nämlich nicht, sondern versinkt in Passivität – ob das nun typisch männlich oder typisch für sein Extrachromosom ist, sei mal dahingestellt 😉 ). Dieses Mal konnte ich aber nach unserem Streit endlich einmal klar sehen, warum ich in eben dieser (immer wiederkehrenden) Konfliktsituation so empfindlich reagiere – und nicht so gelassen und auf Augenhöhe mit meiner Tochter, wie ich mir das eigentlich wünsche. Das war eine sehr befreiende Erkenntnis und es hat auch den Rest der (schwierigen) Woche für mich und uns sehr erleichtert.

Auch in anderen Bereichen gab es diese Woche hier Konflikte. ABER: Es ist ein wunderbares Gefühl, danach festzustellen auch Konflikte ihr Gutes haben – oft haben sie eine bereinigende Wirkung, öffnen neue Sichtweisen oder auch neue Handlungsperspektiven. Ich mag diesen Moment, wenn man aus seinem eigenen Gedankenkarussell herauskommen und die Situation mit anderen Augen betrachten kann – also im Rückblick sogar ein Fall für den Lieblingsmoment für mich!

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Mit anderen Augen„* ist auch der Titel meines Lieblingsbuchs der Woche. Reiseberichte lese ich seltsamerweise von alleine fast nie – nur dann, wenn ich sie a) von jemandem geschenkt bekommen habe oder b) es gleichzeitig noch um ein anderes Thema geht, das mich sehr interessiert. Letzteres ist der Fall bei dem Buch „Mit anderen Augen“* von Fabius Sixtus Körner, der als „Journey Man“ mit seinen Reiseberichten schon recht bekannt ist. In seinem letzten Buch erzählt er von der Geburt seiner Tochter Yanti, die – genau wie der Löwenjunge – mit einem Extrachromosom zur Welt kam. Im Buch geht es zunächst um sein Leben und die Reisen vor der Geburt seiner Tochter, dann um die erste Zeit nach der Geburt – und schließlich berichtet er von den ersten Reisen, die sie zu dritt unternehmen. Mir gefällt an dem Buch ganz besonders, dass der Autor sehr eindrucksvoll zeigt, dass Unabhängigkeit und Freiheit auch mit einem Kind mit Behinderung möglich sind – und dass die Einschränkungen, die man bei der Diagnose gefürchtet hatte, sich nicht so bewahrheiten, wie man sich das vielleicht zu Beginn vorstellt.

Übrigens fand und finde ich nach wie vor Reisen mit dem Löwenjungen sehr unkompliziert (auch wenn ich gar nicht der Typ für Abenteuerreisen bin). Erstens fährt er gerne Auto und Zug – und ist da auch sehr geduldig. Und zweitens erlebt er sehr gerne Neues (auch wenn ihm der Aufbruch oft schwerfällt) und ich liebe es, gemeinsam mit den beiden Löwenkindern neue Orte zu entdecken. Martina von Jolinas Welt hat dem Autor einige Fragen gestellt – seine Antworten könnt Ihr hier nachlesen. Das Buch wurde mir netterweise vom Ullstein-Verlag zur Verfügung gestellt – vielen Dank!

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Mein Lieblingsessen waren definitiv die frischen Feigen, die ich gestern im Garten pflücken konnte. Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, in einer Region zu leben, in der tatsächlich Feigen im Garten wachsen!

Inspirationen habe ich diese Woche bei den Weggefährtinnen gefunden.

Und zuletzt noch meine Lieblingsmenschen der Woche: Das Team in unserem wunderbaren Kindergarten, insbesondere natürlich die Heilpädagogin, die Bezugserzieherin des Löwenjungen und die Leiterin – sie alle unterstützen seit Jahren den Löwenjungen intensiv auf seinem Weg (und mich als Mutter unterstützen sie dabei gleich mit). Die ganze Woche haben sie jeden Tag die künftigen Schulbegleiterinnen des Löwenjungen im Kindergarten empfangen, Zeit mit ihnen verbracht und dafür gesorgt, dass er ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbauen kann – für uns als Familie ein Schatz von unmessbarem Wert. Dass das für diese wunderbaren Menschen „selbstverständlich“ ist, dass sie alle ihren Beruf als Berufung leben, immer das ganze Kind im Blick haben und ihre Verantwortung nicht an der Kindergartentür (bzw. hier ganz konkret zu Beginn der Sommerferien) abgeben, macht diesen Schatz nur noch wertvoller.

Und somit sind die Freitagslieblinge für diese Woche vollständig und ich verlinke sie bei der lieben Anna!

Habt ein schönes Wochenende!

 

Eure Kleinstadtlöwenmama

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„Und ich mache es ropstem“ – Unser Alltag mit einem gefühlsstarken Kind – mit Rezension

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Liebe Leser*innen,

nachdem ich in den vergangenen Monaten sehr viel über den Löwenjungen berichtet habe, haben einige von Euch sich gewünscht, mehr über das Löwenmädchen zu erfahren.

Während der Löwenjunge der ruhende Pol unserer Familie ist, ist seine Schwester der Wirbelwind und sorgt mit ihrer unglaublichen Energie immer wieder für Action.

Freude und Wut liegen bei ihr unglaublich nah beeinander und beides erlebt sie so intensiv, dass ich oft das Gefühl habe, ich müsste sie vor der Wucht ihrer eigenen Gefühle beschützen. Weiterlesen