Warum es hier manchmal so ruhig ist, fragt Ihr?

Ihr Lieben,

oft vergeht eine Woche, in der ich keinen einzigen oder nur einen kurzen Artikel hier veröffentliche. Das ärgert mich dann immer, denn an Ideen und Themen mangelt es mir wirklich nicht. Oft frage ich mich auch am Ende der Woche, wohin die Zeit eigentlich geflogen ist und was ich überhaupt „Produktives“ geleistet habe. Da hilft mir dann oft ein Blick in den Terminkalender, auf meine Telefonliste sowie in den „Versendet“-Ordner meines E-Mail-Programms.

Letzte Woche fand ich dort unter anderem:

  • zwei längere Gespräche mit dem Gesundheitsamt, da der Löwenjunge drei (3!) Monate vor der Einschulung immer noch keine Einschulungsuntersuchung hatte (dafür wird dann übernächste Woche ein Vormittag draufgehen)
  • ein längeres Gespräch mit der Krankenkasse, da sie uns eine bisher gewährte Leistung ohne Information gekürzt hat (dazu gehörte dann auch ein längerer Austausch mit anderen Eltern in ähnlicher Situation, was auch wieder viel Zeit kostet)
  • ein Besuch beim Optiker, um die neuen Brillengläser für den Löwenjungen zu bestellen – und festzustellen, dass die Krankenkasse von den knapp 190€ immerhin 35€ übernimmt (Besuch beim Optiker bedeutet auch, 30 Minuten je Hin- und Rückfahrt – wir sind ja in der Kleinststadt und unser Optiker befindet sich in der nächstgrößeren Kleinstadt)
  • ein längerer E-Mail-Austausch mit der Stadt, in der der Löwenjunge eventuell beschult werden wird, um ihn für einen Betreuungsplatz anzumelden (da wurde ich darauf hingewiesen, dass die Anmeldefrist eigentlich vor einem Monat endete – aber leider hat die offizielle Bildungswegekonferenz ja immer noch nicht stattgefunden)
  • ein längerer E-Mail-Austausch und Telefonate mit der Musikschule, um zu erreichen, dass der Löwenjunge wie jedes andere Kind auch einen Kurs unserer Wahl besuchen darf

 

Aber immerhin: Der Kurs in der Musikschule steht ihm jetzt offen, der Betreuungsplatz ist gesichert, die Brillengläser bestellt, die Erklärung seitens der Krankenkasse habe ich bekommen und der Termin für die Einschulungsuntersuchung ist in meinen Terminkalender eingetragen – ich hatte also wenigstens Erfolg mit meinen Bemühungen! Würden aber Ämter, Behörden und Bildungseinrichtungen nur ein wenig transparenter kommunizieren – dann wäre mein Alltag um einiges entspannter! Und nein, langweilig wäre mir auch dann nicht, denn – Achtung!!!! – ich habe auch ein Privatleben und sogar so etwas wie Hobbys, denen ich – theoretisch – gerne nachgehe. Kommunikation mit Ämtern gehört da noch nicht dazu.

Nennt es meinetwegen Jammern auf hohem Niveau (mir ist durchaus bewusst, dass es in anderen Ländern wesentlich schlechter um die soziale Absicherung und die Inklusion bestellt ist), aber unnötig ist dieses Hickhack allemal. Mit besseren Absprachen zwischen den Ämtern, mit einer konsequenteren Auslegung der Gesetze (zum Beispiel der UN-Behindertenrechtskonvention) und schließlich mit einer offenen Einstellung seitens aller Beteiligten wäre das Leben von vielen Familien mit Angehörigen mit Behinderung um vieles einfacher!

Das musste jetzt mal raus – auch die Kleinstadtlöwen meckern manchmal!

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Gute Nerven wünscht Euch

die Kleinstadtlöwenmama

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