Auf Schulsuche IV: Und wenn es doch die Regelschule wird?

20171011_174419Hallo liebe Leser,

ich hätte vor zwei Monaten nicht zu hoffen gewagt, dass ich diesen Beitrag einmal schreiben würde, aber: Es tut sich etwas hier in der Inklusionswüste! Warum der Löwenjunge vielleicht doch eine ganz normale Regelgrundschule besuchen kann, erzähle ich Euch heute!

Wer bisher noch nicht mitgelesen hat, kann sich hier, hier und hier über meine bisherigen Schulbesuche informieren. In der Kurzform: Die Sonderschule und die Außenklasse kamen für mich nicht infrage, die nächstgelegene Grundschule steht für Inklusion nicht zur Verfügung (in unserem Bundesland Baden-Württemberg werden Gruppenlösungen angestrebt, was bedeutet, dass man sein Kind nicht einfach via Einzelinklusion an der nächstgelegenen Schule anmelden darf) und das Schulamt blieb bisher recht vage mit seinen Vorschlägen.

Da wir aber ja an einer privaten Montessorischule einen der raren Förderplätze bekommen könnten und die Schule natürlich bald eine endgültige Antwort von mir haben möchte, habe ich vorletzte Woche noch einmal Kontakt mit dem Schulamt aufgenommen und mein Dilemma geschildert. Dieses Mal hatte man Verständnis für meine Lage, so dass ich nun weiß, an welcher Schule aller Voraussicht nach der neue Inklusionsstandort für unseren Landkreis aufgebaut werden soll:

Es handelt sich um eine kleine, einzügige Dorfgrundschule, die sowohl eine Außenklasse (in der aber die Schüler außerhalb des Unterrichts voll ins Schulleben integriert sind und auch mitessen dürfen 😉 ….) beherbergt, als auch immer wieder einzelne Inklusionsschüler hatte und hat. So weit, so vielversprechend!

Ich durfte die Schule besuchen und habe lange mit der Lehrerin der Außenklasse sowie mit der Schulleiterin gesprochen. Die Pädagogik und das schulische Leitbild entsprechen genau meinen Vorstellungen, die Stimmung im Lehrerzimmer und im Elternbeirat scheint der Inklusion gegenüber aufgeschlossen zu sein (soweit ich das von außen beurteilen kann).

Das Löwenmädchen könnte die Schule später auch besuchen, und – ein weiterer sehr praktischer Grund – die Schule liegt 12 Minuten Fahrzeit von unserem Zuhause entfernt auf meinem Weg zur Arbeit. (zur Montessori-Schule sind es 25 Minuten in die andere Richtung…)

Und noch einen äußerst positiven Punkt gibt es: Die Schulleiterin hat angeboten, dass der Löwenjunge gemeinsam mit den Kindergartenkindern vor Ort am „Schulanfängerprogramm“ teilnehmen und regelmäßig an einem Vormittag pro Woche die Schule für eine Stunde besuchen kann. Somit wäre also auch eine Eingewöhnung für den Löwenjungen möglich.

Ganz ehrlich, genau so hatte ich mir die schulische Inklusion für mein Kind immer vorgestellt und gewünscht!

Natürlich gibt es aber auch einige Nachteile, allen voran die Unsicherheit. Bisher ist dieser Standort noch nicht offiziell abgesegnet, bis zur Bildungswegekonferenz kann sich immer noch etwas ändern. Auch die Personalentscheidungen sind noch alle offen: Ich weiß nicht, wie die künftige Klassenlehrerin/Klassenlehrer der Inklusion gegenüber steht und ich weiß nicht, wie der oder die Sonderpädagogin seine Arbeit machen wird. Das gleiche gilt für den Schulbegleiter.

Außerdem ist noch völlig offen, für wie viele Stunden der/die Sonderpädagoge an die Schule kommen wird – dies hängt vor allem davon ab, ob und wie viele andere Inklusionskinder kommen werden. Und auch das entscheidet sich erst im Sommer.

Jetzt kann bzw. muss ich mich wirklich zwischen zwei guten Alternativen entscheiden – wünscht mir Glück! Ich werde Euch berichten!

Viele Grüße,

 

Eure Kleinstadtlöwenmama

 

7 Gedanken zu „Auf Schulsuche IV: Und wenn es doch die Regelschule wird?

  1. Boah ist das cool, dass sich bei uns im Kreis dahingehend etwas abzeichnet. Kannst du nicht erfahren, wer die anderen potentiellen Kinder und Eltern sind?
    Habt hr einen Montessoriplatz in Offenburg oder Sasbach?
    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr die richtige Wahl trefft.

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  2. Das klingt doch sehr gut 😊! Ich freue mich sehr, dass sich diese Möglichkeit aufgetan hat. Henri war die ersten beiden Grundschuljahre auch an einer normalen Grundschule und wir waren alles in allem zufrieden dort. Und wenn es doch noch die Montessorischule werden sollte, ist dies -mal abgesehen vom Schulweg- eine mindestens genauso gute Alternative. Alles Gute!

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  3. Pingback: „Was ist jetzt eigentlich mit der Schule?“ – oder: Die Krux mit den Behörden | Kleinstadtlöwen

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