Türchen 17: Leon

Adventskalende71-2-kl

Foto: Merle Weidemann

Guten Morgen, liebe Leser!

Die dritte Kerze leuchtet schon – in einer Woche ist bereits Weihnachten und knapp drei Viertel unseres Adventskalenders habt Ihr schon geöffnet! Heute berichtet uns noch einmal eine Mutter aus der Schweiz über ihren Sohn Leon, der quasi alle Schularten schon kennengelernt hat – lest selbst, wo er sich letztendlich am wohlsten fühlt:

Unser Sohn Leon mit Down-Syndrom ist mittlerweile 10 Jahre alt und wir haben schon alle Facetten von Integration über Separation zu Inklusion erlebt. Im Kindergarten war unser Sohn in einer Integrationsklasse mit 3 außergewöhnlichen Kindern. Dies lief im Allgemeinen sehr gut und unser Sohn kam in die 1. Klasse. Dort wurde er 16 Stunden von einer Heilpädagogin betreut, die restliche Zeit waren Therapien oder er kam nach Hause… Leon lernte schnell lesen, konnte rechnen im Zahlenraum 20 +und- und konnte sich vieles merken. Leider lief die Integration nicht wie gewohnt weiter, da das zweite Kind wegfiel und Leon nur noch 8 Stunden heilpädagogische Unterstützung bekam. Dies würde aber nicht reichen. Es wurde gekämpft, aber schlussendlich habe ich mich für eine anthroposophische Sonderschule entschieden. Dort wurde Leon zwei Jahre lang beschult, aber er lernte für mein Gefühl unnütze Sachen, die er auch zu Hause lernt (Einschenken aus Krug, Bodenwischen etc.) und Leons tolle Fortschritte in den Kulturtechniken gingen nur noch schleppend voran.

Heute geht Leon wieder in die Schule am Ort. Die Integration kam aber leider nicht zustande, da das System immer noch nicht so funktioniert, wie es für die Kinder passen würde. Darum haben wir unseren Sohn aus dem Sonderschulstatus herausgenommen und er ist nun ganz normaler Schüler der Kleinklasse, hat nach anfänglichen Schwierigkeiten tolle Freunde gefunden und lernt und kann schon unglaublich viel. Er kann mittlerweile die 1er-, 2er-, 5er- und 10er-Reihe und arbeitet im Tausenderbereich. Unsere Kinder können so viel, wenn wir es ihnen nur genug zutrauen… und manchmal braucht es Wege, die nicht vorgegeben sind, sondern es müssen neue geschaffen werden, damit es klappt. Wir sind sehr glücklich, dass unser Sohn nun inkludiert ist und teilhaben darf, nach seinen Möglichkeiten.

Liebe Gina, vielen Dank, dass Du auf mich zugegangen bist und von Eurem Weg erzählt hast. Eure Erfahrungen klingen wirklich unglaublich spannend und mich interessiert besonders, wie Leon ohne jegliche Unterstützung und Förderung im Schulalltag zurecht kommt – möchtest Du uns davon vielleicht noch einmal erzählen?

Was macht Ihr heute schönes? Bei mir gab es leider einen kleinen „Weihnachtsgaben-Fail“, so dass ich den Tag heute in der Küche verbringen werde, um das wieder auszubügeln – Bilder gibt es heute Abend im „Wochenende in Bildern“!

Macht es Euch gemütlich, bis morgen,

 

Eure Kleinstadtlöwenmama

5 Gedanken zu „Türchen 17: Leon

  1. Hallo ihr lieben zwei Mamas,
    So wie bei Leon kommt auch bei uns auch keine gesonderte Förderung mehr, die haben wir abbestellt. Es stünden für Momo sowieso nur zwei Stunden Sonderpädagogischer Dienst (MSD) zur Verfügung. Weil kein Teamteaching möglich ist und auch keine Förderung die sich am aktuellen Schulstoff orientiert, sollte Momo alleine mit dem MSD lernen. Der Anspruch von Sonderpädagogen (geistige Entwicklung) ist meiner Erfahrung nach ein anderer, ein deutlich geringerer. (Ich schreibe darüber in meinen nächsten Blogbeitrag). Auch muss man als Elternteil ganz genau nachfragen was da wann mit dem Kind gemacht wird.

    Liebe Mama von Leon, kannst du folgende Aussagen teilen?
    Man darf nicht unterschätzen das „unsere“ Kinder im Klassenverband alleine durch das dabei sein, die Struktur und weil Lernen selbstverständlich erwartet wird unglaublich viel lernen – das hatte ich bei uns so nie, niemals erwartet… Zudem entwickeln die Kinder eine hohe Eigenmotivation… wenn, ja wenn, der Lehrer wohlwollend ist und die persönlichen Fortschritte lobt und daran glaubt das „unsere“ Kinder alles lernen können.
    Wie ist das bei Kindern mit DS, können diese (ganz allgemein) auch so gut imitieren? Das ist bei Kindern mit FraX so. Die Syndrome unterscheiden sich bei den Lernfähigkeiten nur kaum soweit ich weiß (Eine Darstellung der IQ Entwicklung von Kindern mit FraX und DS habe ich letztens dazu gefunden – nicht das ich irgendwas auf den IQ geben würde – im Gegenteil!)…
    Ich denke, dass unsere Kinder fast alles lernen können nur mit „begreifbarem“ Vorgehen und mehr Zeit – dies gibt das System kaum her. Mich würde sehr interessieren wie die Mama von Jonas darüber denkt?

    Ich hoffe ich bin nicht zu neugierig… suche aber gerade den Austausch, liebe Löwenmama, ich weiß dass du viel zu tun hast, ich freue mich schon auf eure Partybilder. Deshalb lass dir ruhig Zeit mit meine vielen Fragen…

    LG Marianne

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    • Liebe Marianne,
      ich bin genauso gespannt wie Du auf die Antwort von Leons Mama. Persönlich habe ich ja nur Vergleichswerte aus der Kindergartenzeit und finde, dass der Löwenjunge durchaus besondere Unterstützung braucht – mit dieser kann er aber den Alltag und gerade zum Beispiel auch die Schulvorbereitung in groben Zügen ähnlich meistern wie die „Regelkinder“. Da gibt es aber, gerade bei Downsyndrom, enorme Unterschiede.

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      • Na das hört sich doch gut an… mein Momo hat ja auch nen Schulbegleiter… ohne dem ginge ehrlich gesagt gar nichts… jedoch braucht er vom Stoff her nicht viel anderes… das war im Kiga so nicht abschätzbar. Die Entwicklung durch die Struktur in der Schule ist enorm… Jetzt braucht er etwas leichtere Lesetexte… (Im Lerhplan steht nur sinnentnehmend nicht wieviel, hihi) und beim Rechen nur die einfachen Aufgaben… also nur mal zu Spass eine Rechenmauer oder ein Rechendreieck ansonsten quälen wir ihn nicht sowas… Damit es sitzt wie bei den anderen reichen bei uns Aufgaben wie 5+6 davon bitte jeden Tag eine (10er Bereich) auswendig lernen… gerne schon in der Vorschule… das dauert bis es sich ins Hirn einnistet… aber das tut es! Dann bitte mit einem Material (nicht 1000 Methoden rumprobieren) Bei uns half das Perlenmaterial… damit er die Vorstellung von Mengen dazu bekommen hat und schon geht es… Fast wie ein Zauberei… die ein Jahr durchgeführt wurde… Ich hoffe ich konnte jetzt was sinnvolles beitrage…? Herzliche Grüße

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  2. Pingback: Türchen 21: Felix | Kleinstadtlöwen

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