Türchen Nr.1 : Jolina

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Bis zu ihrem Schuleintritt war Jolina wie eine süße, bezaubernde Knospe.
Bei manchen Blumen muss man genau darauf achten, dass man genug gießt und es ausreichend Sonne gibt, damit sie aufblühen. Auch zu viel des Guten kann schaden und so muss man genau den richtigen Weg finden diese Knospe zum aufblühen zu bringen.
Oft ahnt man auch nicht, welchen Duft diese Blüte haben wird, oder auch in welchen Farbe die Blütenblätter leuchten werden.

Jolina ist im letzten Jahr zu einer duftenden, leuchtenden Rose erblüht und das verdankt sie der richtigen Dosis Förderung und Fürsorge an ihrer Schule.

Den Anfang in unserem Inklusionsadventskalender macht heute Martina aus Rheinland-Pfalz, die auf ihrem Blog regelmäßig von ihrer Tochter Jolina erzählt – unter anderem auch von der gut funktionierenden Inklusion.

Für den Adventskalender hat sie uns ihr Resümee nach einem Jahr Inklusion rausgesucht – wer Martina kennt, weiß, dass sie nichts schönredet und die Dinge auf den Punkt bringt. Genauso liest sich natürlich auch ihr Rückblick auf das erste Schuljahr, und da freut es mich umso mehr, dass er so positiv ausfällt.

Jolina hat ihre Blüte nur zaghaft geöffnet, doch seit einigen Monaten blüht sie. Sie blüht, dass es eine Freude ist und ihr Duft ist süß und verführerisch.
Nein, sie wird niemals einen Wettbewerb gewinnen zur edelsten Rose der Ausstellung, doch das ist nicht unser Ziel, sie soll Freude bereiten und auf ihre Art schön sein und nicht nach Wettbewerbstkriterien.

Jolina überrascht immer wieder, vielleicht weil wir nichts als gegeben voraussetzen, jeder Schritt nach vorne ist für uns ein Fest und wird gefeiert.
Sie erstaunt uns immer aufs Neue. Ich vergesse nicht unsere erstaunten Gesichter als sie auf das Innere eines aufgeschnittenen Apfels im Herbst zeigte und meinte: „Kerngehäuse“.
Jetzt vor Ostern erklärte sie uns, dass die Ohren des Hasen Löffel heißen und das Schwänzchen Blume.
Mehr wollen wir ja gar nicht. Sie lernt mit den anderen mit und zieht so viel für sich heraus was sie für sich verarbeiten kann, sicher wissen die anderen Kinder mehr über den Apfel, oder den Hasen, aber wir starten ja außer Konkurrenz, sie muss das gar nicht alles wissen.

Das erste Schuljahr hat aus ihr so viel herausgekitzelt, das wir vor einem Jahr nicht für möglich gehalten hätten. Sie malt schön aus, schreibt Buchstaben die man erkennen kann, hat sich sogar auf Zahlen und das Zählen eingelassen, was ihre Großbaustelle ist. Wir sind zufrieden, dass es überhaupt vorwärts geht, wie schnell, das bestimmt Jolina.

Ich würde vielen Kindern etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit ihnen wünschen, nicht jeder wird ein Professor oder taugt überhaupt zum Studium. Dies müssen aber die Eltern erkennen und nicht einem Traum nachrennen, dass das eigene Kind alles erreichen muss.

Lernen muss Spaß machen, wenn zu viel verlangt wird und immer nur an den Besten gemessen wird, dann zwängt man sein Kind in eine Rolle der es nie gerecht werden wird. Im Gegenzug ist unterfordern natürlich auch wie Gift, oder Schlafmittel. So geht es vielen behinderten Kindern an Förderschulen, die diesen Schülern selbst nichts zutrauen und es gar nicht erst versuchen, natürlich ist es bequem zu glauben, da kommt nicht mehr viel, also warum anstrengen?
Knospen darf man nicht einfach sich selbst überlassen ohne Wasser und Sonne in einem dunklen Keller, dann werden sie nie erblühen.

Am besten gefallen hat mir aber Martinas Schlusswort – ihre eigene Definition von Inklusion, die ich sofort unterschreiben würde!

Inklusion ist wenn jeder seine eigenen Erfolge feiern darf, nach den eigenen Möglichkeiten und jeder freut sich mit, hört sich ganz einfach an.

Dann machen wir es doch einfach.

Den ganzen Artikel findet ihr hier – Martina, ich danke Dir, dass Du bei meiner Aktion mitmachst und uns diesen Text zur Verfügung stellst! Ich binschon gespannt auf die nächsten Schulberichte von Jolina!

Morgen dürft Ihr Euch auf ein weiteres Türchen aus Rheinland-Pfalz freuen – und auf ein Mädchen, das besser liest als so mancher Regelschüler! ♥

Ich hoffe, Ihr beginnt diesen Advent so, wie es für Euch gut ist!

Bis morgen,

Eure Kleinstadtlöwenmama

3 Gedanken zu „Türchen Nr.1 : Jolina

  1. Danke, dass ich dabei sein darf und danke, dass ich die Ehre habe den Reigen zu eröffnen, eigentlich könnte ich noch viel mehr berichten, doch ich hab immer Angst es könne langweilig werden mit der Zeit, weil der große Paukenschlag fehlt, es läuft einfach, mal etwas mehr, mal etwas langsamer.
    Und ich freue mich auf 23 weitere Türchen und weitere Erfahrungen.
    Habt alle einen schönen Advent
    Martina

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  2. Pingback: 5 Freitagslieblinge am 1. Dezember | Kleinstadtlöwen

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