Ein Abschied…

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Ihr Lieben,

Ihr habt bestimmt bemerkt, wie ruhig es hier im Blog diese Woche war. Zuerst habe ich das Wochenende in Bildern verpasst, dabei hätte ich soviel zu erzählen gehabt, denn das Löwenmädchen wurde vier – unser erstes Familienfest seit der Trennung. Da aber das Haus voll war mit allen vier Großeltern, kam ich am Wochenende einfach nicht zum Schreiben – dafür werdet Ihr morgen dann ein doppeltes Wochenende in Bildern finden.

Dann hatte ich fest vor, wenigstens meine Freitagslieblinge mit Euch zu teilen, nachdem die Woche mit dem Antritt meiner neuen Stelle rasend schnell vorbeiging, aber leider hat die Woche für mich so traurig geendet, dass mir einfach nicht nach Lieblingsmomenten zumute war – sondern nur nach Weinen und viel Trostschokolade.

Gestern Abend musste ich mich von einem meiner beiden Hunde verabschieden, von der Löwenhündin hier im Haus. Über acht Jahre lang hat sie uns begleitet, mich anfangs vor unglaubliche Herausforderungen gestellt, da sie in ihren ersten Lebensjahren außer Angst eigentlich nicht viel kennengelernt hatte. Mit viel Geduld, Training und Lernen (ihrer- und meinerseits) ist es uns dann gelungen, sie in unser Leben zu integrieren und einen normalen Alltag mit ihr zu führen, an dem sie teilhaben konnte – auch wenn dieser jahrelang durch ihr schwieriges Verhalten eingeschränkt war.

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Gleichzeitig habe ich durch diesen Hund unglaublich viel über mich selbst (und über Hunde, Erziehung, Kommunikation, und vieles mehr) gelernt, sodass ich daran sehr gewachsen bin. Ich habe erlebt, wie ein Lebewesen meine eigenen Gefühle und meine Anspannung noch vor mir spürte und entsprechend reagierte. Gefühle, die ich ohne diesen Hund wahrscheinlich nie bewusst wahrgenommen hätte….

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Als ich dann schwanger wurde, unkten viele Leute (uns eingeschlossen), dass es sehr schwierig sein würde, die Löwenhündin an das Baby zu gewöhnen. Aber entgegen aller Befürchtungen war sie von Anfang an eine ruhige, geduldige Familienhündin, die sowohl Schreibabys als auch Kindergeburtstage mit stoischer Gelassenheit ertrug und einfach den Raum wechselte, wenn es ihr zuviel wurde. Sie beobachtete die Kinder, ließ sich von ihnen streicheln, bürsten, füttern und manchmal auch ein wenig ärgern – und musste wohl oder übel die kürzeren Spaziergänge ertragen, als die Kinder beide laufen konnten und für die Hunde leider weniger Zeit blieb. Ich hatte und habe deshalb immer noch ein schlechtes Gewissen, auch wenn ich mich mit dem Gedanken tröste, dass sie zumindest seit unserem Umzug vor 2,5 Jahren einen Garten hatte, in dem sie mit Begeisterung herumlief, schnupperte oder auch stundenlang in der Sonne lag und diesen Luxus sichtlich genoß (diesen Sommer wegen fehlender Sonne allerdings nur begrenzt möglich).

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Ende Juli wurde sie dann stolze 16 Jahre alt – und diese Woche war der Zeitpunkt gekommen, an dem wir sie schweren Herzens gehen lassen mussten. Ich fand es ganz furchtbar, diese Entscheidung treffen zu müssen, und fast genauso furchtbar fand ich es, den Kindern mitteilen zu müssen, dass unsere Hündin nun im Himmel ist. Gerade im Moment ist jede Veränderung hier eigentlich zuviel und der Verlust ist vor allem für den Löwenjungen schwer zu ertragen. Ich plane schon seit längerem einen Beitrag darüber, wie unsere Hunde hier gerade Trost spenden (und wie sie mir schon in anderen Situationen geholfen haben).

Obwohl sie die letzten Wochen eigentlich nur noch schlief – und die Löwenkinder wirklich nicht leise sind – scheint mir das Haus heute sehr leer und still zu sein. Das Körbchen gegenüber von meinem Bett ist leer und kein schwarzer Hundekopf schaut morgens ungeduldig über meinen Bettrand. Ich höre keine kleinen Hundepfoten mehr rastlos durch das Haus trappeln. Die Kinder können nun nur noch einen Hund an- und ableinen und auch nur noch einen Hund füttern.

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Mach es gut, mein kleiner Spiegelhund! Wir vermissen Dich!

Ein Gedanke zu „Ein Abschied…

  1. Pingback: Doppelgeburtstagswochenende in Bildern | Kleinstadtlöwen

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