Alles auf Anfang – unser neues Familienleben

 

20170902_140109Der Sommer hat tiefgehende Veränderungen in unsere Familienstruktur gebracht, denn der Löwenpapa hat sich im Urlaub von mir getrennt und ist vor kurzer Zeit ausgezogen Wie wir mit dieser neuen Situation umgehen, davon möchte ich Euch gerne berichten.

Unsere Rückkehr aus den Ferien war deshalb geprägt von Umbrüchen. Ich bin jemand, der Veränderungen recht schnell räumlich erleben muss, um sie verarbeiten zu können. Also habe ich – teilweise zusammen mit den Kindern – einige Möbel umgestellt, Sachen aussortiert und versucht, das Haus etwas auf Vordermann zu bringen.

Jetzt bin ich beim nächsten Schritt der Verarbeitung angelangt: Ich versuche, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, und herauszufinden, was für mich und die Kinder nun wichtig ist, was sie brauchen und wie ich als ihre Mutter sie nun am besten begleiten kann. Heißt bei mir zunächst einmal: Ich habe einen Stapel Bücher rund um das Thema bestellt (bei Gelegenheit werde ich Euch auch diejenigen vorstellen, die mir bzw. den Löwenkindern am meisten geholfen haben).

Natürlich entspricht diese Trennung nicht wirklich den Bedürfnissen der beiden Löwenkinder, sie trauern und brauchen gerade viel Zuwendung. Sie entspricht aber dem Bedürfnis des Löwenpapas und dieses Bedürfnis müssen wir anderen nun akzeptieren.

Dennoch haben wir versucht (und tun nach wie vor unser Bestes), die neue Familiensituation und auch diese Zeit der Übergänge für die Kinder so sanft wie möglich zu gestalten. So haben wir ihnen gemeinsam beim Essen gesagt, dass ihr Papa in eine andere Wohnung zieht und sie nun ein Haus und eine Wohnung haben dürfen. Natürlich dürfen die Kinder beim Einrichten der Wohnung mithelfen, sie dürfen auch selbst entscheiden, welche ihrer Spielsachen sie wo unterbringen möchten. Ich habe ihnen vorgeschlagen, mit mir Bilder für die neue Wohnung zu malen (Malen steht ohnehin gerade ganz hoch im Kurs). Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich: Das Löwenmädchen war vor allem mit seinen Spaghetti beschäftigt und musste das ganze erstmal sacken lassen. Der Löwenjunge hat nachgefragt: „Alle zusammen Wohnung?“, und als wir das verneinten, fing er an zu weinen, da er wohl sofort begriffen hat, was das bedeutet. Auch im Urlaub (in dem natürlich die Stimmung oft mehr als angespannt war) habe ich schon bemerkt, dass der Löwenjunge mit seiner feinfühligen Art die Situation erfasst und genau beobachtet hat. Das Löwenmädchen hat erst vor kurzem angefangen, mir Fragen zur Trennung zu stellen. Ich habe ihr erklärt, dass wir als Eltern uns nicht mehr so lieb haben und zu wenig zusammen lachen können – aber zuviel schweigen und streiten.

Letzte Woche habe ich den Kindern vorgeschlagen, ein neues Schuhregal für unseren Eingangsbereich zu kaufen und meinte, dass ich für jede Person, also den Löwenjungen, das Löwenmädchen und mich selbst, Körbe in das Regal stellen wolle. Das Löwenmädchen rief sofort: „Aber wir brauchen auch einen Korb für Papas Schuhe“, woraufhin der Löwenjunge umgehend reagierte (schneller als ich, und das will was heißen): „Nein, Papa Wohnung.“ Das zeigt, dass er recht gut verstanden hat, was hier gerade passiert. Dementsprechend trauert er auch und muss dabei begleitet werden. Dadurch, dass er so wenig spricht, ist es für mich immer eine schwierige Gratwanderung ihnen zu ermutigen, seine Trauer zu kommunizieren, ohne ihm gleichzeitig Trauer einzureden, die in dem Moment vielleicht gar nicht präsent ist.

Nach dem Essen haben wir dann noch alle vier gemeinsam mein Schlafzimmer umgeräumt und unter anderem das Familienbett an die Wand gerückt – damit kein Kind nachts rausfällt, wenn nur noch ein Erwachsener mit im Bett schläft.

Und jetzt?

Die letzten zwei Wochen hatten alle noch Ferien. Der Löwenpapa kam uns jeden zweiten Tag besuchen, um etwas mit den Kindern zu unternehmen. Manche Sachen haben wir auch zu viert unternommen und öfter gemeinsam gekocht und gegessen. Wenn der Löwenpapa zu Besuch ist, möchten die Kinder meist, dass wir sie gemeinsam ins Bett bringen – und das ist (meist) auch ok. Wenn es für mich emotional zu schwierig wird, klinke ich mich für ein paar Stunden aus der Situation aus – aus dem Grund ist der Löwenpapa auch schon ausgezogen, obwohl er noch keine eigene Wohnung gefunden hat. Aber da musste ich dann einfach meine eigenen Bedürfnisse beachten, um die nötige Kraft zu finden, damit ich den neuen Alltag meistern kann (Stichwort Selbstfürsorge). Wenn ich alleine mit den Kindern bin, können sie natürlich ihren Papa jederzeit anrufen oder ihm Sprachnachrichten schicken. Andere wichtige Dinge halten wir mit Fotos fest, die wir ihm dann schicken. Abends schlage ich den ihnen vor, ihren Papa vorm Einschlafen anzurufen – sie entscheiden dann, ob und wann sie das tun möchten.

Diese Woche beginnt der Kindergarten wieder und wir können uns an die neue Art des Familienlebens gewöhnen. Der Löwenpapa wird zwei Nachmittage die Woche mit den Kindern verbringen, und sobald er eine eigene Wohnung hat, werden sie auch einmal die Woche bei ihm übernachten. Die Wochenenden werden wir erst einmal aufteilen und schauen, wie die Bedürfnisse der Kinder sind. Ich fände es schön, wenn am Wochenende dann auch mal jeder Zeit mit nur einem Kind verbringen können, denn das kommt momentan natürlich viel zu kurz.

Wir werden sehen, wie es weitergeht und wohin dieser Weg uns führen wird!

Vielleicht war ja jemand von Euch schon in einer ähnlichen Situation und mag mir von seinen Erfahrungen berichten?

6 Gedanken zu „Alles auf Anfang – unser neues Familienleben

  1. Ich stelle mir das so unglaublich schwer vor für dich und bin beeindruckt, wie ihr das gerade hinbekommt. Unter den Umständen einer Trennung scheint ihr das wirklich gut zu meistern.

    Ich wünsche euch viel Kraft bei eurem weiteren Weg!
    Lieben Gruß Jessi

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